Übersicht Projekte

 

·         Vertragsnaturschutz: die Biodiversitätsprogramme

·         Biotopschutz

·         Artenschutz

·         Kommunale Projekte:

o        Wiesenkartierungen

o        Heckenpflegepläne

o        andere

·         Öffentlichkeitsarbeit

·         Verwaltung von Naturschutzdaten

·         Tätigkeitsbericht 2004

·         Ausblick 2005

·         Abgeschlossene Projekte

 

 

 

Vertragsnaturschutz: die Biodiversitätsprogramme

 

 

Betreuung der nationalen Biodiversitätsprogramme im Westen des Landes



Biodiversitätsprogramme: Vier Bereiche mit jeweils spezifischen Programmen

 

 

 

 

Biodiversität im Wald

Biodiversität
im Siedlungsbereich

Biodiversität in der
Offenlandschaft

Biodiversität
an Gewässern

z.B. Naturwaldreservate

z.B. spezifische Artenschutzmaßnahmen für Fledermäuse

z.B. Bewirtschaftungsverträge für Extensivwiesen

z.B. Gewässeranlagen für gefährdete Amphibienarten



Umsetzung Vertragsnaturschutz 2003

 

Schwerpunkt im Bereich Wiesennaturschutz

 

Vorkartierungen

·         (ca. 600 ha, vorwiegend Vegetation, Vögel, Tagfalter)

 

Aushandeln von Verträgen

·         (etwa 120 Bewirtschafter resp. Besitzer)

 

Verwaltung der Daten und Verträge

·         (430 Verträge über 1150 ha)

 

Kontrollen:

·         Monitoring Zielarten (ca. 500 ha)

·         Einhalten Vertragsbedingungen (ca. 550 ha)

 

Projekt durchgeführt im Auftrag des Umweltministeriums

 

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Biotopschutz

Streuobstwiesenschutz

 

Schon kurz nach ihrer Gründung hat die Biologische Station Westen beschlossen, als einen Aktionsschwerpunkt für die nächsten Jahre, ein Programm zur Wiederherstellung der Streuobstwiesen zu starten. Streuobstwiesen haben durch die starke Bautätigkeit in der Region besonders stark gelitten, da sie sich meist im direkten Ortsrandbereich befanden.

 

Das Streuobstwiesenprojekt:

 

·         Ziel: Neuanpflanzung und Unterhalt von jährlich mindestens 500 Hochstammobstbäumen in Zusammenarbeit mit den Naturschutzsyndikaten

 

·         Gezielte Ansprache von Privatbesitzern mit geeigneten Grundstücken, Planung der entsprechenden Obstwiesen mit Sortenvorschlägen, Pflanzung durch SICONA-Westen und SICONA-Zentrum (außerhalb der Bauperimeter)

 

·         Informationsmaterial zu den Themen Pflanzung von Obstbäumen, Sortenauswahl, Pflege von alten Obstbäumen (für Pflanzungen innerhalb des Bauperimeters)

 

·         Schnittkurse

 

·         Vermehrung von alten lokalen Obstsorten in Zusammenarbeit mit interessierten Baumschulen

 

Projekt durchgeführt in Zusammenarbeit mit SICONA-Westen und SICONA-Zentrum und mit finanzieller Unterstützung des Umweltministeriums

 

 

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Waldnaturschutz: Erstellen eines Naturwaldkonzeptes für Luxemburg

 

Vorgabe:

 

"Plan national pour un développement durable": 5 % der Waldfläche Luxemburgs wird als Naturwaldreservat gesichert

 

 

Auswahlkriterien:

 

1. Repräsentanz der Waldgesellschaften

·         Das Typische in seiner besonderen Ausprägung

·         Spiegelbild der flächenhaften Verbreitung

 

2. Flächengröße

·         100 ha Regelgröße, 50 ha Mindestgröße

·         Unzerschnittene Flächen

 

3. Naturnähe

·         Alte Laubmischwälder

 

4. Vorrangig Wald der öffentlichen Hand

 

 

 

 

Methode der Flächenauswahl

 

1. Stufe: GIS-Selektion

·         Auswahl aller geschlossenen Waldgebiete über 100 ha

·         Verschneidung mit Informationen über die Vegetation (Cartographie des Végétations Forestières, OBS-Karten, Wuchsgebiete)

 

2. Stufe: Expertenbefragung

 

3. Stufe: Erste Auswahl möglicher Waldgebiete

 

4. Stufe: Genauere Auswahl und Abgrenzung anhand von Luftaufnahmen und Besitzerkarten

 

5. Stufe: Endauswahl durch Begehungen

 

 

Das vorgeschlagene Naturwaldnetz

·         33 Gebiete

·         Gesamtfläche 4400 ha

·         Flächengröße zwischen 71 und 284 ha

·         Verteilung über alle Wuchsbezirke mit Ausnahme des Moseltals

 

 

 

 

Projekt durchgeführt im Auftrag des Umweltministeriums

 

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Artenschutz

Monitoring der Wiesenvogelbestände

 

·         Schutz von Extensivwiesen im Rahmen der Biodiversitätsprogramme: keine Düngung, keine Mahd vor dem 15. Juni

·         Wiesenvögel sind Bodenbrüter

·         Gefahr durch Ausmähen der Nester

·         je nach Art extrem späte Mahdtermine notwendig: Bsp. Braunkehlchen -> Jungvögel werden Anfang bis Mitte Juli flügge

 

 

Wiesenvogelmonitoring

 

doppelte Zielsetzung:

·         Dokumentierung der Entwicklung der Brutvogelvorkommen im Lauf der Jahre

·         Erfassen von Bruten spätbrühender Weisenvogelarten -> Abschließen von Sonderverträgen mit späterem Mahdtermin

 

 

 

 

Monitoring - wozu?

 

·        Bodenbrüter

 

·        Auffinden der Nester

·        typischer Bewohner extensiver Wiesen

·        Abschließen von Sonderverträgen auf Neststandorten

·        spätbrütend, Jungvögel erst im Juli flügge

 

·        Effizienzkontrolle: verbessert sich die Situation für die Art?

·        wird bei Mahd Mitte Juni ausgemäht

Braunkehlchen

·        gezielter Einsatz der Gelder

 

 

 

Fledermausschutz

 

Fledermäuse haben sehr spezifische Ansprüche an ihren Lebensraum

 

·         Geeignetes Sommerquartier für die Jungenaufzucht z.B. Dachböden, Baumhöhlen für Baumfledermäuse

·         Nebenquartiere für die Männchen, die außerhalb der Kolonie leben

·         Zwischenquartiere im Frühjahr und Herbst, u.a. für Kopulation, z.B. Stollen

·         Geeignete Jagdgebiete mit hohem Insektenreichtum, z.B. Extensivlandschaften

·         Strukturen, die die Quartiere und die Jagdräume verbinden, z.B. Hecken, Obstwiesen, Baumreihen

·         Geeignete Winterquartiere: Höhlen, Stollen, frostsichere Baumhöhlen für Baumfledermäuse

 

 

Fast alle Fledermausarten sind gefährdet

 

Aufgrund dieser sehr speziellen Ansprüche haben Fledermäuse zunehmend Probleme in unserer modernen Landschaft zu überleben. Ursachen sind:

·         Verschlechterung der Nahrungssituation durch Intensivierung der Landschaft

·         Verlust von Quartieren durch Verschließen und Ausbau von Dachräumen und durch Fällen alter Höhlenbäume

·         Verlust von Leitstrukturen zwischen Quartieren und Jagdrevieren durch Verbau der Ortsränder und Verschwinden von natürlcihen Strukturen

 

 

Das Fledermausschutzprojekt

 

·         Ziel: Öffnen aller geeigneten Kirchendachräume in der Region

·         Kontrollen von Kirchen und anderen geeigneten Dachräumen

·         Vorschlagen von Maßnahmen zur Verfügbarmachung als Fledermausquartier

·         Umsetzung der Maßnahmen durch SICONA-Zentrum und SICONA-Westen

·         Individuelle Beratung von Privatpersonen mit Fledermausquartieren

 

Projekt durchgeführt in Zusammenarbeit mit SICONA-Westen und SICONA-Zentrum, sowie den betroffenen Gemeinden und mit finanzieller Unterstützung des Umweltministeriums

 

 

Steinkauzschutz

 

Der Steinkauz

·         ist unsere kleinste Eulenart

·         lebt meist in direkter Ortsnähe

·         brütet entweder in Bäumen, meist in Obstwiesen oder an Gebäuden

·         Jagdgebiet extensiv genutztes Grünland

·         früher (bis in die 50ger und 60ger Jahre) unsere häufigste Eulenart; heute sehr selten geworden

·         allgemeine Biotopschutzmaßnahmen im Rahmen des Obstwiesenprogramms reichen nicht aus, um die Restbestände zu erhalten

 

Daher wurde 1999 von der Biologischen Station ein spezielles Steinkauzschutzprojekt ins Leben gerufen

·         Erste Phase: Bestandsaufnahme in sämtlichen Gemeinden der Region

·         Nur noch sehr wenige Paare festgestellt

·         Rückgang von über 90% in den letzten 20 Jahren und wahrscheinlich von über 99% in den letzten 50 Jahren

·         Anbringen von speziellen Brutröhren an geeigneten Standorten durch SICONA-Westen und SICONA-Zentrum

·         Überwachung der Population

 

Projekt durchgeführt in Zusammenarbeit mit SICONA-Westen und SICONA-Zentrum, sowie den betroffenen Gemeinden und mit finanzieller Unterstützung des Umweltministeriums

 

 

Schutz von Feldarten mit Schwerpunkt auf Hase und Rebhuhn

 

Der Lebensraum Felder und Äcker wird im Naturschutz oft vernachlässigt. Auf dieses Habitat sind aber Arten spezialisiert, die aufgrund der fortschreitenden Intensivierung immer mehr Probleme haben, zu überleben. Das Rebhuhn ist schon seit längerem eine Rote-Liste-Art. Aber auch der Feldhase, der bisher nicht als gefährdet gilt, hat erhebliche Bestandseinbußen zu verzeichnen. Insbesondere der aufgrund größerer Schläge immer weiter fortschreitende Verlust an Rainen und Randstrukturen macht diesen Arten schwer zu schaffen.

 

Das Feldarten-Projekt:

 

·         Scheinwerfer-Taxation (Zählung mit Hilfe von Scheinwerfern) von Feldhasen und anderen Säugetieren der Feldflur in ausgewählten Flächen

 

·         Erhebung des Rebhuhns in 8 ausgewählten Jagdlosen

 

·         Erfassung der Kleinstrukturen, sowie der landwirtschaftlichen Nutzung in den untersuchten Habitaten

 

·         Ausarbeiten einer Schutzstrategie für diese Arten auf der Basis der ermittelten Daten

 

·         Umsetzung von Schutzmaßnahmen ab 2002 im Rahmen der Biodiversitätsprogramme

 

 

Projekt durchgeführt in Zusammenarbeit mit dem Naturhistorischen Museum und dem Jagd- und Fischereidienst der Forstverwaltung

 

 

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Kommunale Projekte

Wiesenkartierungen

 

·         Wiesen und Weiden: Lebensraum gefährdeter Arten

·         besondere Verantwortung Luxemburgs: besonders artenreiche Wiesen durch Aufeinandertreffen kontinentaler und atlantischer Arten in unserer Region

·         verschiedene Wiesentypen durch die europäische Habitatschutzdirektive geschützt

·         Schwerpunktvorkommen extensiver Mähwiesen im Südwesten des Landes

·         starke Gefährdung durch Nutzungsumstellung (Heugewinnung -> Silagenutzung)

 

·         Schutzmaßnahmen im Rahmen der Biodiversitätsprogramme:

·         spätere Mahd

·         keine Düngung

 

·         Voraussetzungen:

·         Kenntnis der Verbreitung der entsprechenden Habitate -> noch sehr lückenhaft

·         können nur an den Biodiversitätsprogrammen teilnehmen, wenn Vorkommen gefährdeter Arten dokumentiert sind -> Kenntnisse ebenfalls sehr lückenhaft

 

·         Systematische Wiesenkartierungen:

·         Kartierung aller artenreichen Wiesen einer Gemeinde: Lage, Ausdehnung, Nutzung

·         Einstufung in verschiedene Wertekategorien

·         gleichzeitige Erhebung gefährdeter Pflanzen- und Tierarten

 

 

 

Projekt durchgeführt in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Gemeinden und mit der finanziellen Unterstützung des Umweltministeriums

 

 

 

Wiesenkartierungen als Umsetzungsinstrument im Vertragsnaturschutz

 

Beispiel: Umsetzung Wiesenschutzprogramme in der Gemeinde Mamer

 

1996 bis 2000: Aushandeln von Naturschutzverträgen auf wertvollen Wiesen (vorwiegend einige bekannte größere Extensivwiesenkomplexe)

 

2000: systematische Kartierung aller naturschutzrelevanten Wiesen in der Gemeinde

 

Winter 2000/2001 systematische Ansprache aller Bewirtschafter von interessanten Wiesen

 

Anteil von Vertragswiesen innerhalb eines Jahres von ca. 20% auf ca. 60% aller naturschutzrelevanten Wiesen gestiegen

 

 

 

 

 

Heckenpflegepläne

 

Im Rahmen des Subventionsreglements zur Verbesserung der natürlichen Umwelt von 1990 sind die Gemeinden verpflichtet, Heckenpflegepläne zu erstellen, wenn sie Subventionen für die Heckenpflege beantragen wollen. Bisher waren diese Heckenpflegepläne jeweils nur auf ein Jahr angelegt, obschon gerade ökologische, alternierende Pflegekonzepte eine mehrjährige Planung notwendig machen. Die SICONA-Gemeinden bemühen sich daher um eine Verbesserung dieser Pläne. Allerdings ist dies sehr aufwändig, da zunächst einmal Heckenkataster erstellt werden müssen, die die Ist-Situation genau erfassen, ehe genauere Pläne aufgestellt werden können.

 

Heckenkataster

·         Aufnahme aller Hecken im Gelände mit Angaben zu Maßen, Struktur und Artenzusammensetzung

·         Erheben von Daten die für die Pflege relevant sind

·         Eingabe aller Daten in die Datenbank HeckBaam

·         Erstellen einer Übersichtskarte auf GIS

 

Heckenpflegeplan

Aufstellen eines Pflegeplanes mit Angaben zu:

·         Art der Pflege

·         Pflegerhythmus

·         Zeitpunkt und Aufwand der Pflegearbeiten

 

 

Projekt durchgeführt in Zusammenarbeit mit SICONA-Westen und SICONA-Zentrum, sowie den betroffenen Gemeinden und mit finanzieller Unterstützung des Umweltministeriums

 

 

 

 

 

 

 

 

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andere

 

Inventar und Pflegeplan für das Gebiet Gaaschgrond/Strassen

 

Zusammen mit der Gemeinde Strassen und dem SICONA-Westen bemüht sich die Biologische Station um die Wiederherstellung der Sandmagerrasen und die Ausweisung eines Schutzgebietes im Gaaschgronn in Strassen. Da bisher erst ein Teil der Fläche Gemeindeeigentum ist, wurden in den vergangenen Jahren Flächen aufgekauft, wobei die Biologische Station die Verhandlungen mit den Besitzern übernahm. Auf über 3 ha des ca. 5,5 ha großen Gebietes können nun Maßnahmen stattfinden. Als erste Maßnahmen hat der SICONA bereits einige verbuschte Bereiche entbuscht, damit die Magerrasenflora- und –fauna sich wieder ausdehnen kann.

 

Parallel dazu wurde die Biologische Station von der Gemeinde Strassen beauftragt, einen Pflegeplan für das Gebiet zu erstellen.

Das Projekt umfasst folgende Aspekte:

·         Kurzinventar von Flora und Fauna

·         Definition von Zielarten

·         Aufstellen eines Pflegeplanes unter Berücksichtigung der Ansprüche der entsprechenden Zielarten

·         Bewertung der Möglichkeiten, eine angrenzende Bauschuttdeponie zu renaturieren und dem Gebiet anzugliedern.

 

Projekt durchgeführt in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Strassen, sowie SICONA-Westen und mit der finanziellen Unterstützung des Umweltministeriums

 

 

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Öffentlichkeitsarbeit und Fortbildung

 

 

  

·         Erstellen von Faltblättern zu verschiedenen Naturschutzthemen

 

·         Erstellen von Informationsbroschüren z.B. zum Thema „Natur im Siedlungsbereich“

 

·         Ausarbeiten von Technischen Merkblättern zu verschiedenen Themen, bisher vor allem um den Themenbereich Obstwiese

 

·        Obstbaumschnittkurse in Theorie und Praxis

 

·        Organisation von Pressevorstellungen, vor allem in Zusammenarbeit mit den Naturschutzsyndikaten SICONA-Westen und SICONA-Zentrum

 

·        Führungen in Naturschutzgebieten resp. anderen interessanten Landschaften im Bereich der Biologischen Station Westen

 

·        Diavorträge zu Naturschutzthemen

 

·        Weiterbildung im Naturschutzbereich

 

·        Konzeption von Infotafeln

 

 

 

 

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Verwaltung von Naturschutzdaten

 

Datenbank BDGestion

 

Access-Datenbank zur Verwaltung der Daten des Vertragsnaturschutz (Biodiversitätsprogramme)

 

1.      Eingabe und Bearbeitung der im Feld aufgenommenen faunstisch-floristischen Daten

 

2.      Eingabe und Bearbeitung der technischen Daten zu den betroffenen Flächen

Allgemeine Angaben zu den Flächen

·         Katasternummern

·         Flächengröße

·         Bewirtschafter

Bei Abschluss eines Bewirtschaftungsvertrages:

·         Bedingungen des Bewirtschaftungsvertrages

·         zu zahlende Entschädigung

 

 

 

 

Datenbank HeckBaam

 

Access-Datenbank zur Erstellung von Hecken- und Baumkatastern und Heckenpflegeplänen

 

1.      Lagerung der Daten zu Hecken und Einzelbäumen

·         Ausmaße (Länge, Breite, Höhe)

·         allgemeine Beschreibung, Artenzusammensetzung

·         aktueller Zustand

 

2.      Erstellen von Pflegeplänen

·         Art der Pflege, Pflegerhythmus,

·         Zeitpunkt und Aufwand der Pflegearbeiten

 

 

Gis

 

Geographisches Informationssystem

 

·         Erstellen von Karten auf verschiedenen Kartengrundlagen, z.B. BDTopo der "Administration du Cadastre et la Topographie")

·         graphische Auswertung

·         automatische Berechnung von Flächen und Distanzen

·         verarbeitet Daten aus Datenbanken (z.B. BDGestion, HeckBaam)

 

 

 

 

Datenbanken und Kartengrundlagen zur Verfügung gestellt vom Umweltministerium

 

 

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Tätigkeitsbericht 2004

 

Einleitung

 

Im Jahr 2004 führte die Biologische Station Westen viele ihrer inzwischen schon traditionellen Projekte fort. Hierzu zählen Verhandlung und Verwaltung von Verträgen im Rahmen der Biodiversitätsprogramme, ebenso wie zoologisch-botanische Kartierungen im Rahmen unterschiedlicher Projekte, das Erstellen und die Begleitung von Pflegeplänen, das Führen von Verhandlungen mit Besitzern und Pächtern für den Aufkauf oder die Nutzung von Naturschutzflächen, sowie eine unterschiedliche Palette von Aktivitäten im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit. Auch der weitere Ausbau der regionalen Naturschutz-Datenbank gehört dazu.

 

Hinzu kamen 2004 aber auch einige neue, interessante Arbeiten, etwa ein Konzept zur Entschneidung der stark urbanisierten und zerschnittenen Landschaft im Südwesten Luxemburgs oder die Ausarbeitung von Vorschlägen zur Umsetzung der EU-Agrarreform in Zusammenarbeit mit den anderen luxemburgischen Biologischen Stationen.

 

Insgesamt stand das Jahr 2004 für die Biologische Station Westen im Zeichen einer verstärkten Kooperation mit anderen Akteuren. So wurde die Zusammenarbeit mit den Gemeinden des SICONA-Zentrum intensiviert und eine Anzahl neuer kommunaler Projekte in diesen Gemeinden ausgearbeitet. Auch mit den anderen Biologischen Stationen in Luxemburg wurde eine regelmäßige Kooperation angestrebt, um Synergien zu nutzen und eine Koordination der Arbeiten der verschiedenen Stationen zu ermöglichen. Aber auch mit ausländischen Naturschutz-einrichtungen wurde der Kontakt intensiviert. So fanden mehrere Treffen mit Verantwortlichen der Biologischen Station von Nettersheim in der Eifel statt und die Biologische Station Westen beteiligte sich mit einer Exkursion an der Jahrestagung des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege.

 

Daneben führte die Biologische Station erstmals ein umfassendes Fortbildungsprogramm, sowohl für die eigenen Mitarbeiter, als auch für die Arbeiter des Pflegetrupps durch. Insgesamt 10 Fortbildungseinheiten befassten sich mit so unterschiedlichen Themen, wie dem neuen Naturschutzgesetz, dem Umgang mit Datenbanken, den spezifischen Anforderungen bestimmter Biotop- oder Artenschutzprogramme oder den Prioritäten bei konkurrierenden Schutzzielen.

 

Parallel zum normalen Arbeitsablauf fand 2004 eine Diskussion statt, die eine wichtige strukturelle Änderung für die Station zum Thema hatte: die Übernahme des Personals durch das interkommunale Syndikat SICONA-Westen. Im Herbst stimmte der Vorstand des SICONA-Westen schließlich einer Integration der Biologischen Station in das Syndikat zu, so dass das Personal ab Januar 2005 unter neuen Rahmenbedingungen seine Arbeit weiterführen wird.

 

An der Arbeitspraxis wird dies jedoch wenig ändern. Zwar wird die zuvor schon bestehende Kooperation zwischen der Biologischen Station und dem Pflegetrupp des SICONA-Westen, der die praktischen Naturschutzarbeiten im Gelände durchführt, noch enger. In Vorbereitung dazu wurde im Oktober 2004 der Agraringenieur Paul Faber mit einer Halbtagsstelle eingestellt. Er soll in Zukunft helfen, die Arbeiten des Pflegetrupps zu koordinieren.

 

Die Biologische Station wird jedoch weiterhin im Rahmen eines Kooperationsvertrages auch die Gemeinden des SICONA-Zentrum betreuen. Die laufenden Projekte werden auch in Zukunft in unveränderter Form weitergeführt und das Arbeitsfeld bleibt das gleiche. So bedeutet die neue Situation keinen Bruch in der Geschichte der Biologischen Station, sondern vielmehr die Chance, die Arbeit in einem gefestigten Rahmen fortzuführen.


Regionale Biotopschutzprojekte

 

Biodiversitätsprogramme des Umweltministeriums

 

Die Umsetzung der Biodiversitätsprogramme des Umweltministeriums gehört zu den alljährlichen Aktivitäten der Biologischen Station Westen. 2004 lag das Hauptgewicht, wie in den Vorjahren, bei den Wiesenschutzprogrammen, daneben bildeten Brache- resp. Randstreifenverträge im Ackerland im Rahmen des Feldartenprojektes einen weiteren Schwerpunkt.

 

Da die Verträge für den Zeitraum von 5 Jahren gültig sind, mussten nur kleinere Korrekturen an den bestehenden Verträgen über das Jahr hinweg ausgeführt werden. Über diese kleineren Arbeiten an den bestehenden Verträgen hinaus wurden 2004 von der Biologischen Station auf 175 ha Fläche 63 neue Verträge mit 42 Bewirtschaftern ausgehandelt.

 

Ein Großteil der betroffenen Flächen waren bei den Wiesenkartierungen von Clemency und Leudelingen im Vorjahr resp. Dippach und Kehlen im Laufe des Jahres kartiert worden. Bei den weiter unten beschriebenen Wiesenkartierungen in Dippach, Kehlen, Kopstal und Mersch wurden im Jahr 2004 wieder ca. 390 ha potentielle neue Vertragsflächen kartiert.

 

Daneben wurde auch das Wiesenvogelmonitoring weitergeführt. Insgesamt wurden 186 ha in den Gemeinden Bartringen, Bascharage, Bettemburg, Dippach, Kayl und Reckingen/Mess im Jahr 2004 untersucht. Dabei wurden folgende gefährdete Arten festgestellt: Schafstelze, Rebhuhn, Neuntöter, Braunkehlchen, Schwarzkehlchen und Kiebitz. Beim Braunkehlchen konnte lediglich noch die Präsenz während der Brutzeit nachgewiesen werden, jedoch keine einzige Brut mehr.

 

Im Bereich der Biologischen Station Westen bestanden Ende 2004 für das Kulturjahr 2005 insgesamt 614 Verträge, die von der Station verwaltet werden. Die Nutzungsformen der etwa 1550 ha Grünland lassen sich in 3/5 Mähwiesen, 1/5 Mähweiden und 1/5 Weiden unterteilen. Daneben stehen ca. 13 ha Ackerland (in Form von Randstreifen) unter Biodiversitätsvertrag,

 

Neben den bereits beschriebenen Arbeiten wurde auch das 2001 begonnene agronomische Monitoring weitergeführt. Es wurden auf ausgewählten Mähwiesen jeweils vor dem ersten und zweiten Schnitt Futterproben entnommen, die vom Laboratorium der Ackerbauverwaltung in Ettelbrück hinsichtlich ihres Nährstoff- und Mineralstoffgehaltes untersucht wurden. 2004 wurde der Schwerpunkt der Futteranalysen auf Wiesen gelegt, in denen die Schwarzwurzel noch vorkommt. Dabei musste festgestellt werden, dass einige ehemalige Standorte heute verschwunden sind. Außerdem kam es bei den Analysen im Laboratorium der Ackerbauverwaltung beim 2. Schnitt leider zu Computerproblemen, so dass die Ergebnisse nicht komplett sind. Die vorhandenen Ergebnisse sind trotzdem zu verwerten und setzen die Untersuchungsreihe der vergangenen Jahre fort.

 

Entschneidungskonzept für den Südwesten des Landes

 

Als neues Projekt wurde 2004 ein Entschneidungskonzept für den Südwesten des Landes in Angriff genommen. Der Kunstbegriff „Entschneidung" bezeichnet Maßnahmen, die der Zerschneidung der Landschaft durch Besiedelung und Infrastruktur entgegenwirken sollen. In der Region des SICONA-Westen ist die Landschaftszerschneidung ein reelles Problem, da in dem stark urbanisierten Raum nicht nur 4 Autobahnen eine starke Barrierewirkung haben, sondern darüber hinaus durch die fortschreitende Zersiedelung die Freiraumkorridore an verschiedenen Stellen stark zu schrumpfen oder ganz zu verschwinden drohen. Beiträge zur Urbanisierungspolitik aus Naturschutzsicht werden deshalb vermutlich zu einem wichtigen Thema der Biologischen Station Westen werden.

 

Ein erster Schritt in diese Richtung ist die Erstellung eines Grobkonzeptes für Entschneidungsmaßnahmen an den Autobahnen. Im Rahmen dieser Arbeit wurde zunächst eine GIS-Analyse der Landschaft erstellt. Dabei wurden die noch unzerschnittenen Räume und die möglichen überregionalen Wanderkorridore identifiziert. Dabei musste festgestellt werden, dass es nur noch wenige mögliche Korridore gibt und dass diese an einigen Stellen unabhängig von der Zerschneidung durch die Autobahnen bereits sehr stark reduziert sind. Durch die Schnittpunkte der möglichen Wanderrouten mit den Autobahnen ergaben sich die neuralgischen Punkte, an denen größere Arbeiten zur Verbesserung der Durchlässigkeit der Autobahnen stattfinden müssten.

 

Daneben wurden aber auch Daten zu Vorkommen verschiedener Zielarten (große Säuger wie Hirsch, Reh und Wildschwein, der etwas kleinere Dachs, aber auch die Amphibien (insbesondere der Kammmolch) als kleinere Arten mit sehr unterschiedlichen Ansprüchen) gesammelt. Eine Analyse zur speziellen Problematik dieser Arten, sowie das Abfahren sämtlicher aktuellen Passagen an den 4 Autobahnen resultierten in einem Katalog kleiner Maßnahmen, deren Durchführung ebenfalls wünschenswert wäre.

 

Projekt "Naturbësch"

 

Nachdem die Biologische Station 2002 das Naturwaldkonzept für Luxemburg und 2003 die Ausweisungsdossiers für die Naturwaldgebiete "Beetebuerger Bësch" und "Enneschte Bësch" abgeschlossen hatte, konzentrierte sich die Arbeit am Naturwaldprojekt 2004 im Wesentlichen auf die Öffentlichkeitsarbeit.

 

Im April fand eine Exkursion in das Naturwaldgebiet "Steinbach- und Netzbachtal" bei Saarbrücken statt, an der die Bürger der Gemeinden Bartringen, Leudelingen, Roeser und Bettemburg, die an den "Beetebuerger Bësch" resp. den "Enneschte Bësch" grenzen, teilnehmen konnten. Fast 40 Teilnehmer profitierten von dieser Gelegenheit, unter kundiger Führung die Umsetzung eines Urwaldprojektes in einer Nachbarregion kennen zu lernen. Diese Exkursion bot darüber hinaus der Biologischen Station die Gelegenheit, Kontakte zu den Trägern des saarländischen Naturwaldkonzeptes zu knüpfen.

 

Daneben fand in Zusammenarbeit mit den Gemeinden Bettemburg, Leudelingen und Roeser, den dortigen Sektionen der Natur- und Vogelschutzliga, verschiedenen Fotografenorganisationen und dem SICONA-Westen ein Fotowettbewerb mit dem Thema "Den Naturbësch zwësche Beetebuerg, Leideleng a Réiser am Joer 1" statt. Mehr als 30 Fotografen sandten insgesamt etwa 200 Fotos ein, die im Januar 2005 in einer Ausstellung präsentiert wurden.

 

Parallel dazu lief die Ausweisungsprozedur der beiden Naturwaldgebiete, die bis Ende des Jahres noch nicht abgeschlossen war.

 

Streuobstwiesenprogramm

 

Bereits seit 1999 arbeitet die Biologische Station Westen intensiv an einem Streuobstwiesenprogramm. Das Programm deckt verschiedene Bereiche ab. Im Bereich Öffentlichkeitsarbeit wurden 2004, wie in den Jahren zuvor, Schnittkurse für interessierte Bürger organisiert, die wieder sehr gut besucht waren. Daneben wurden weiterhin kostenlos technische Merkblätter zu verschiedenen Themen um die Obstwiese angeboten (u.a. Planung einer Obstwiese, Sortenauswahl, richtige Pflanzung, Obstbaumschnitt und Naturschutz in der Obstwiese), sowie Tabellen mit Angaben über die Eigenschaften empfehlenswerter Apfel-, Birnen-, Zwetschgen- und Kirschensorten. Diese Listen umfassen mehrere hundert empfehlenswerte, robuste, alte, z.T. auch neue Sorten, inklusive Lokalsorten. Die Merkblätter stehen in deutscher und französischer Sprache zur Verfügung.

 

Zusammen mit den anderen Biologischen Stationen und den Stiftungen "Hëllef fir d'Natur" und "Ökofonds" wurde die Liste empfehlenswerter Obstsorten aktualisiert. Beide Stiftungen arbeiten seit einem Jahr an einem Sortenprojekt, bei dem es um Erfassung und Vermehrung alter Regionalsorten geht. Daneben suchte die Biologische Station Westen bei den regionalen Baumschulen nach Lieferanten für Sorten, die bisher nicht geliefert werden konnten. Eine Auflistung verschiedener, auf alte Obstsorten spezialisierter Baumschulen mit dem aktuellen Sortiment ermöglicht zur Zeit den Kauf fast aller Sorten, die in der Empfehlungsliste aufgeführt werden.

 

In Zusammenarbeit mit dem SICONA-Westen wurden 2004 insgesamt 417 junge Hochstammobst-bäume gepflanzt, die meisten davon auf Privateigentum. Die Biologische Station übernahm die Verhandlungen mit den Besitzern und die logistische Arbeit bei den Bestellungen, während die Pflanzarbeiten und die Nachpflege vom SICONA-Westen ausgeführt wurden. Obstbaum-pflanzungen wurden 2004 in den Gemeinden Bartringen, Dippach, Garnich, Kayl, Kehlen, Kopstal, Küntzig, Mamer, Monnerich, Reckingen/Mess und Sanem durchgeführt.

 

Regionale Artenschutzprojekte

Programm zum Schutz von Feldarten

 

Seit 2001 beschäftigt sich die Biologische Station Westen intensiver mit dem Lebensraum Acker. lm Auftrag des Naturhistorischen Museums und des Jagddienstes der Forstverwaltung wurde zunächst 2001 und 2002 eine Studie zur Situation des Feldhasen, des Rebhuhns und anderen Säugetieren in der Feldflur im Westen des Landes erstellt. Die Schlussfolgerungen aus dieser Arbeit wurden dann in Form eines Schutzkonzeptes in die Praxis umgesetzt.

 

2002 wurden erste Verträge mit Bauern ausgehandelt, die die Anlage von Brachestreifen im Ackerland und von Randstreifen im Grünland zum Ziel haben. 2003 wurden weitere Verträge abgeschlossen. Schwerpunkte waren die Gebiete um Hüncheringen in der Gemeinde Bettemburg und bei Simmern. Aber auch in Hüttingen (Gemeinde Beckerich) und Sanem konnten einige Maßnahmen durchgeführt werden. Die Ackerbrachestreifen wurden ab Mai 2003 mit einer speziellen Saatmischung angesät. Die von der Station zusammengestellte Mischung enthält vor allem Kulturpflanzen. Futterrüben, Hafer, Malven, Kohl und Sonnenblumen prägen die Mischung. In geringem Anteil wurden aber auch Grassamen beigemischt. Anders als bei handelsüblichen Mischungen wurde fast vollständig auf Leguminosen verzichtet.

 

Bereits 2003, dem ersten Aussaatjahr, wurden Dauerbeobachtungsparzellen auf den Streifen eingerichtet, welche phytosoziologisch untersucht werden. Das Monitoring wurde 2004 weitergeführt. Ein Streifen in Bettemburg wies beachtliche Mengen an Ackerkratzdisteln auf und wurde zur Problemunkrautbekämpfung abgemäht. Im Rahmen der Verhandlungen zum Abschluss von Biodiversitätskontrakten konnten 2004 nochmals 0,5 ha Brachestreifen geplant werden. Damit erhöht sich die Fläche auf insgesamt 13 ha in den verschiedenen Gemeinden.

 

Ersten Berichten von Ortskundigen zufolge scheinen die Maßnahmen zu greifen. Während vor Beginn der Arbeiten der Rebhuhnbestand in der Gemeinde Bettemburg auf einem Tiefstand war (nachdem 2002 1 bis 2 Paare beobachtet wurden, gelangen 2003 überhaupt keine Beobachtungen), konnte im Winter 2004/05 wieder ein Verband von etwa 18 Rebhühnern beobachtet werden. Auch über die Sommermonate hinweg kam es zu mehreren Sichtungen. Küken wurden jedoch nie gesichtet.

 

Erwähnenswert sind ebenfalls die Beobachtung einer Schwarzkehlchenbrut und einer Schafstelze zur Brutzeit in den Brachestreifen um Hüncheringen.

 

Fledermausschutzprogramm

 

Seit 1998 führt die Biologische Station ihr Programm zum Fledermausschutz durch. Zunächst waren in den Gemeinden des SICONA-Westen alle Kirchen untersucht und dann -soweit eine Einigung mit den Gemeinden und Kirchenfabriken gefunden wurde- seit 1999 die geeigneten Kirchen für Fledermäuse geöffnet worden. Parallel dazu wurden in weiteren Gemeinden des Aktivitätsbereichs der Biologischen Station Kirchen kontrolliert. 2000 waren die Kontrollen in den meisten Gemeinden abgeschlossen; es wurden jedoch noch an weiteren Kirchen (und teilweise auch Schulen) im Bereich des SICONA-Westen und des SICONA-Zentrum Fledermausöffnungen angebracht. Die Arbeiten selbst wurden von den Naturschutzsyndikaten ausgeführt. Die Biologische Station kümmerte sich um den Kontakt mit Gemeinden und Kirchenfabriken.

 

Nachdem sich 2003 4 weitere Gemeinden neu am Fledermausschutzprojekt beteiligt hatten, konnten 2004 die Gemeinden Useldange, Walferdange, Ettelbruck und Redange ebenfalls dazu gewonnen werden. Hier fanden Kontrollen in den insgesamt 13 Kirchen statt. Dabei konnte erfreulicherweise eine neue Wimperfledermauskolonie gefunden werden. Sollte mit den entsprechenden Gemeinden und Kirchenfabriken eine Einigung gefunden werden, so können diese Kirchen im Jahr 2005 für Fledermäuse geöffnet werden.

 

2004 wurde außerdem das Monitoring des Schutzprogramms weitergeführt, d.h. die Kontrolle aller geöffneten Kirchen hinsichtlich Fledermausspuren, sowie die Überprüfung des technischen Zustands der Umbaumaßnahmen. Über diesen Weg sollen die Auswirkungen der Schutz-bemühungen über die Jahre dokumentiert werden. Aussagen zur Entwicklung der Populationen sind zu diesem Zeitpunkt kaum möglich, da die Fledermäuse in der Regel nur ein Junges pro Jahr gebären und die Entwicklung demnach sehr langsam verläuft. Außerdem sind die Tiere äußerst standorttreu, d.h. sie kehren immer wieder zu den Orten zurück, wo sie auch schon in früheren Jahren ihre Hangplätze und Wochenstuben hatten. Erst wenn hier die Population zu groß wird, suchen sich Teile der Kolonie neue Hangplätze, gegebenenfalls in neu geöffneten Kirchen. Unter diesen Voraussetzungen sind keine spektakulären und schnellen Entwicklungen zu erwarten.

 

Ein weiterer Teilbereich dieses Projektes war auch 2004 die Beratung von Privatpersonen, die Fledermäuse unter ihrem Dach haben und mit konkreten Problemen an die Biologische Station herantreten.

Steinkauzschutzprogramm

 

Nachdem in den letzten Jahren das Steinkauzinventar abgeschlossen und die Maßnahmen (Anbringen von ca. 450 Brutröhren in der gesamten Region) zusammen mit SICONA-Westen und SICONA-Zentrum durchgeführt wurden, verwaltet die Biologische Station zur Zeit nur noch die Daten. Die Niströhren selbst werden von den beiden Syndikaten kontrolliert und unterhalten.

 

Im Jahr 2004 blieb die Anzahl der besetzten Reviere konstant im Vergleich zu den Vorjahren. Es kam jedoch zu erheblichen Verschiebungen innerhalb der einzelnen Reviere. Wie 2003 wurden insgesamt 8 Reviere festgestellt. Davon befanden sich 2 (Vorjahr: 4) in der Gemeinde Kehlen. Bei beiden wurde eine Brut festgestellt. 2 Reviere wurden in der Gemeinde Beckerich festgestellt (2003 ebenfalls 2), davon eines mit Brut. Je 1 Revier befand sich, wie 2003, in den Gemeinden Reckingen/Mess und Koerich. Neu waren eine Brut in der Gemeinde Dippach und der Fund von Einzelgewöllen in der Gemeinde Roeser. Obwohl die Zahl der Reviere konstant geblieben ist, ist die Anzahl der Bruten mit 5 wieder um eine im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Außerdem muss man feststellen, dass sich in der Gemeinde Kehlen (die bis vor einem Jahr noch die einzige kleine zusammenhängende Population besaß) der Bestand halbiert hat. Insgesamt sind die Erfolgsaussichten bei diesem Projekt also immer noch ungewiss. Sicher ist jedoch, dass ohne die bisherigen Maßnahmen die Art in der Region inzwischen ausgestorben wäre.

 

Monitoring der Laubfroschpopulation in den Kantonen Redingen und Mersch

 

2004 führte die Biologische Station Westen das seit 1995 kontinuierlich durchgeführte Monitoring einer Laubfroschpopulation in den Kantonen Redingen und Mersch weiter. Es geht dabei um die Überwachung der einzigen größeren Laubfroschpopulation des Landes, die vor etwa 10 Jahren aus einer kleinen Restpopulation im Rahmen eines regionalen Kleingewässerschutzprogramms entwickelt worden war. Dabei werden alljährlich an 50 bis 60 potentiellen Laubfroschgewässern die Bestände rufender Männchen gezählt, um so über die Jahre einen Überblick über die Entwicklung der Population zu erhalten.

 

Wie bereits in den Vorjahren waren die Ergebnisse der Zählung nicht sehr positiv. Der zuvor schon festgestellte Rückgang setzte sich in erschreckendem Maß fort. Bei der Zählung 2004 konnten nur um die 25 rufende Männchen gezählt werden. Das entspricht den Zahlen von 1995, bevor die Schutzmaßnahmen zu greifen begonnen hatten. Allerdings spielen die Wetterbedingungen immer auch eine Rolle, so dass man die einzelnen Jahre nicht so absolut miteinander vergleichen kann. Allerdings ist klar ein über mehrere Jahre dokumentierter starker Rückgang der Population zu erkennen, der mit fehlenden Unterhaltungsmaßnahmen an den betroffenen Gewässern zusammen hängt. Zwar versuchte SICONA-Centre, in dessen Aktionsbereich die Gewässer liegen, die Überhand nehmenden Rohrkolbenbestände zurückzudrängen. Leider wurden seitens der zuständigen Forstverwaltung jedoch nur punktuelle Maßnahmen genehmigt, so dass die Arbeiten wenig Wirkung zeigten.

 

Öffentlichkeitsarbeit und Fortbildung: das Projekt Nature for People – People for Nature

 

Öffentlichkeitsarbeit hat bereits seit Jahren eine wichtige Rolle bei den Aktivitäten der Biologischen Station gespielt. Die Erkenntnis, dass eine effiziente Öffentlichkeitsarbeit die Basis für eine breite Akzeptanz des Naturschutzes darstellt, hat zur Entwicklung des Projektes "Nature for people – people for nature" geführt, das 2002 vom SICONA-Westen und der Biologischen Station ins Leben gerufen und seither intensiv vorangetrieben wurde.

 

"Nature for people – people for nature" orientiert sich an einem gleichnamigen, sehr anspruchsvollen Projekt der niederländischen Regierung, Provinzen und Gemeinden. Die Niederländer haben, trotz hoher Bevölkerungsdichte, in den letzten Jahren eine sehr erfolgreiche Naturschutzpolitik eingeleitet, die auf dem Grundsatz basiert, dass Naturschutz nicht nur der Natur dient, sondern gleichzeitig wesentlich zum sozialen und wirtschaftlichen Erfolg der Gesellschaft beiträgt.

 

"Nature for people" bedeutet, dass die Natur für die Menschen zugänglich, erreichbar und nutzbar ist und damit zum Wohlbefinden der Bürger beiträgt. Es bedeutet, dass der Mensch in der Natur willkommen und nicht ausgesperrt ist. Dabei ist der Begriff Natur weit gefasst: er reicht von der Natur ums eigene Haus bis hin zu großflächigen, naturnahen Landschaften.

 

"People for nature" bedeutet im Gegenzug, dass die Natur durch die Menschen geschützt, kultiviert und entwickelt werden soll. Neben der Verantwortung des Einzelnen sind die kommunalen, regionalen und nationalen Instanzen gefordert, die Natur als kollektives Gut für die heutigen und nächsten Generationen effizient zu schützen.

 

Langfristige Ziele des Projektes sind unter anderem:

·         eine Region zu entwickeln, die für die Menschen eine attraktive Umgebung zum Wohnen, Arbeiten und Erholen darstellt

·         einen effizienten Schutz für die biologische Vielfalt sicherzustellen, d.h. für Ökosysteme, Landschaften, Pflanzen und Tiere

·         eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen zu gewährleisten, wie z.B. Wasser, Boden und biologischer Vielfalt.

 

Im Rahmen dieser sehr weit gefassten Kampagne führte die Biologische Station bereits 2003 eine große Anzahl unterschiedlicher Arbeiten durch. 2004 wurde erstmals ein Veranstaltungskalender zusammengestellt, der auf 16 verschiedenen Aktivitäten zwischen Februar und Oktober in unterschiedlichen Gemeinden des SICONA-Westen und des SICONA-Zentrum basierte. Der Kalender wurde als Faltblatt an interessierte Personen und die Presse verschickt, sowie bei den einzelnen Aktivitäten verteilt. Außerdem wurde das Veranstaltungsprogramm in den Organen der einzelnen Mitgliedsgemeinden der beiden Gemeindesyndikate veröffentlicht. Zusätzlich wurden die einzelnen Aktivitäten per Flyer an die einzelnen Haushalte der jeweils betroffenen Gemeinden und durch die Presse angekündigt. Die verschiedenen Aktivitäten werden im folgenden kurz vorgestellt.

 

Exkursionen

 

Unter dem Slogan "Nature for people – people for nature" fanden 2004 insgesamt 10 öffentliche Exkursionen statt, die mit durchschnittlich etwa 30 Teilnehmern gut besucht waren. Diese Spaziergänge oder Fahrradtouren, die von Mitarbeitern des SICONA-Westen und der Biologischen Station geleitet wurden, führten in verschiedene attraktive Landschaften der Region, wobei einerseits typische Tier- und Pflanzenarten, andererseits konkrete Schutzprojekte vorgestellt wurden. Eine Exkursion führte als Busexkursion ins Ausland, wo ein Naturwaldgebiet bei Saarbrücken besichtigt wurde. Die einzelnen Veranstaltungen sind nachstehend aufgeführt:

·         24. April 04: Busexkursion in den “Urwald Steinbachtal” bei Saarbrücken

·         9. Mai 04: Fahrradexkursion Lebensraum Gewässer in Küntzig

·         20. Mai 04: Fahrradexkursion Blumenwiesen in Dippach und Sanem

·         6. Juni 04: Exkursion Blumenwiesen in Bartringen

·         23. Juni 04: Exkursion Wiesen und Quellen im Tal der Mëchelbaach in Feulen

·         27. Juni 04: Exkursion Natur im Dorf in Olm

·         12. September 04: Exkursion Natur und Landschaft um Moesdorf/Mersch

·         19. September 04: Exkursion Lebensraum Tagebaugebiet (Léiffrächen-Hutbierg)

·         26. September 04: Exkursion Naturschutz in Beckerich

·         10. Oktober 04: Herbstexkursion Die Mamer - Lebensraum Wasser

 

Außer diesen öffentlichen Exkursionen für die Bürger der Region organisierte die Biologische Station 2004 auch mehrere Aktivitäten für andere Organisationen. So wurde für den Deutschen Verband für Landschaftspflege im Rahmen des Landschaftspflegetages in Orscholz im Saarland eine Exkursion nach Bartringen durchgeführt. In die gleiche Gemeinde führte eine Exkursion im Rahmen einer Grünlandtagung, die vom Herdbookverein organisiert wurde. Schließlich wurde auch für den Verein der luxemburger Biologen (ABIOL) eine ähnliche Exkursion ausgerichtet. Alle drei Exkursionen hatten die Aktivitäten der Biologischen Station und des SICONA-Westen, sowie den Vertragsnaturschutz in Luxemburg zum Thema.

 

Fotowettbewerb und -ausstellung zum Thema "Den Natur-bësch zwësche Beetebuerg, Leideleng a Réiser am Joer 1"

 

Im Rahmen der Ausweisung des "Beetebuerger Bësch" als Naturwaldgebiet organisierte die Biologische Station zusammen mit den angrenzenden Gemeinden Bettemburg, Leudelingen und Roeser, dem SICONA-Westen, den Naturfotofrënn, den Photo-Amateurs Beetebuerg und den LNVL-Sektionen Bettemburg, Leudelingen und Roeser einen Fotowettbewerb. Der Wettbewerb wurde im Frühjahr 2004 mit einem Presseaufruf gestartet.

 

Interessierte Fotografen aus den umliegenden Gemeinden, aber auch aus dem ganzen Land wurden eingeladen, das entstehende Naturwaldgebiet zu besuchen und interessante Aspekte fotografisch festzuhalten. Die eingeschickten Fotos wurden in den 4 Kategorien Landschaft, Flora, Fauna und Junge Fotografen prämiert. Dazu stifteten die Gemeinden attraktive Geldpreise.

 

Bis zum Einsendeschluss Anfang Dezember wurden über 210 Bilder von 33 Teilnehmern eingereicht, die als Ensemble eine interessante und attraktive Dokumentation des "Beetebuerger Bësch" darstellen. Sie wurden zu einer Ausstellung zusammengestellt, die im Januar 2005 im Festsaal der Gemeinde Roeser gezeigt wurde.

 

Film "Mauersegler"

 

2003 wurde vom SICONA-Westen in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Düdelingen ein Schutzprojekt für den Mauersegler ins Leben gerufen, bei dem eine Reihe von spezifischen Maßnahmen für den Erhalt der bedeutenden Düdelinger Mauerseglerpopulation durchgeführt worden waren. In der Folge dieses Projektes hat die Biologische Station, in Zusammenarbeit mit einem freiberuflichen Kameramann, 2004 einen kurzen Film über den Mauersegler hergestellt, der die Art, ihre Gefährdung sowie die Schutzmaßnahmen vorstellt. Der Film wurde im Frühjahr 2004 von RTL gesendet und ist als Videokassette für alle Interessierten verfügbar.

 

Informationsbroschüren "Natur in Dorf und Stadt"

 

Bereits 2002 war ein erster Teil einer aufwendigen Broschüre zum Thema Natur im Siedlungsbereich in Zusammenarbeit mit dem Naturhistorischen Museum ausgearbeitet worden. 2003 wurden zwei weitere Teile erstellt, so dass eine ganze Palette von möglichen Naturschutzmaßnahmen rund ums Haus behandelt wurde. Die 3 Broschüren enthalten konkrete Handlungsanweisungen für die interessierten Bürger. Nummer 1 mit den Teilbereichen "Grüne Bauwerke, Mauern, Wege und Plätze sowie Gartengewässer" wurde im Herbst 2003 gedruckt. Die beiden anderen Broschüren zu den Themen "Naturgarten" und "Artenschutz ums Haus", sowie zu Pflanzung und Unterhalt von Hecken, Bäumen und Obstwiesen erschienen 2004.

 

Die Broschüren sollen in Zukunft den Baugenehmigungen in den Mitgliedsgemeinden des SICONA-Westen beigelegt werden, soweit es sich um Neubauten oder größere Renovierungen handelt, die auch eine Neugestaltung des Umfeldes erwarten lassen. Die Broschüren stehen aber auch anderen interessierten Bürgern auf Anfrage zur Verfügung. Einige Gemeinden haben sich darüber hinaus entschlossen, sie an alle Haushalte zu verteilen.

 

Konzeption von Informationstafeln und Faltblättern

 

Zusätzlich zu dieser zuvor beschriebenen, offensiveren Form der Umweltinformation haben SICONA-Westen und SICONA-Zentrum beschlossen, bei Naturschutzprojekten, die an viel begangenen Wanderwegen oder an Fahrradpisten liegen, verstärkt Hinweistafeln für die interessierte Bevölkerung anzubringen. Für größere Projekte wurden spezifische, ausführlichere Infotafeln ausgearbeitet und installiert, die Besuchern eine fundierte Information zur biologischen Bedeutung und zur Nutzung der Gebiete liefern sollen. Für bestimmte Pflegearbeiten, die bei verschiedenen Bürgern auf Unverständnis stoßen, etwa der Rückschnitt von Hecken im Rahmen der Heckenpflege oder der Erhalt von Totholz, wurden spezifische Tafeln entworfen, die die Maßnahme erklären. Zusätzlich wurde für jede Mitgliedsgemeinde eine kleine Infotafel ausgearbeitet, die darüber aufklärt, dass am Standort Naturschutzmaßnahmen der Gemeinde in Zusammenarbeit mit dem Gemeindesyndikat stattfinden. Die Biologische Station kümmerte sich sowohl um inhaltliche Aspekte als auch um das Layout der verschiedenen Tafeln, wobei der Aufwand je nach Ausführlichkeit der Information und Größe der Tafel sehr unterschiedlich war. Daneben arbeitet die Biologische Station für SICONA-Zentrum ein Faltblatt aus, das allgemein über die Aktivitäten des Gemeindesyndikats informiert und in den Mitgliedsgemeinden an alle Haushalte verteilt wird.

 

Informationsblatt für die Landwirte der Region

 

Bei einer im Winter 2003/2004 von der Biologischen Station durchgeführten Umfrage zu verschiedenen Naturschutzthemen bei 50 landwirtschaftlichen Betrieben der Region wurde ein gewisses Informations- resp. Kommunikationsdefizit festgestellt. Um die landwirtschaftlichen Kreise über verschiedene Naturschutzthemen, etwa die Biodiversitätsprogramme, aber auch über die eigene Arbeit besser zu informieren, wurde beschlossen, ein Informationsblatt herauszugeben, das ein- bis zweimal jährlich erscheinen soll und gratis an die Landwirte verteilt wird. Ende 2004 wurde die erste Nummer fertiggestellt, die sich mit den Ergebnissen der Umfrage beschäftigt.

 

Internes Fortbildungsprogramm

 

2004 stellte die Biologische Station erstmals ein umfangreiches internes Fortbildungsprogramm zusammen, das aus insgesamt 9 Halbtags- oder Ganztagsaktivitäten bestand und für die Mitarbeiter des SICONA-Westen, des SICONA-Zentrum und der Biologischen Station Westen organisiert wurde. Jede Sitzung wurde von einem oder 2 Mitarbeitern der Biologischen Station resp. einem der Geschäftsführer der beiden Syndikate vorbereitet und geleitet. Die Zielgruppe variierte je nach Thema: entweder richtete sich die Fortbildungseinheit an die leitenden Personen (Geschäftsführer, Vorarbeiter) der Naturschutzsyndikate und die Mitarbeiter der Biologischen Station oder sie war für die Arbeiter (inkl. Vorarbeiter) der beiden Pflegetrupps konzipiert. Die einzelnen Sitzungen sind im folgenden aufgeführt:

·         Artenschutz Würger: Ansprüche, Biotop, Situation in Luxemburg, Schutzmaßnahmen (inkl. Exkursion). Zielgruppe: Mitarbeiter Biologische Station, SICONA-Vorarbeiter.

·         Lebensraum Hecke: Arterkennung, Bedeutung Lebensraum, Pflegemaßnahmen, Bewertung der im Winter durchgeführten Schnittarbeiten im Gelände. Zielgruppe: Mitarbeiter der Pflegetrupps.

·         Lebensraum Stillgewässer: Bedeutung des Lebensraums, wichtige Arten, Schutz und Pflegemaßnahmen. Zielgruppe: Mitarbeiter der Pflegetrupps.

·         Hauptpunkte des neuen Naturschutzgesetzes. Zielgruppe: Mitarbeiter Biologische Station, SICONA-Vorarbeiter.

·         Umgang mit Karten (I): Erkennen der Informationen, die auf einer Karte vorhanden sind, Orientierung anhand von Karten. Zielgruppe: Mitarbeiter der Pflegetrupps.

·         Lebensraum Obstwiese: Bedeutung des Lebensraums, wichtige Arten, Schutz und Pflegemaßnahmen. Zielgruppe: Mitarbeiter der Pflegetrupps.

·         Umgang mit Karten (II): Verbindung herstellen zwischen topografischen Karten und Katasterplänen, korrektes Eintragen von Informationen in Karten unterschiedlichen Maßstabs, Möglichkeiten der Kartendarstellung auf GIS. Zielgruppe: SICONA-Vorarbeiter.

·         Prioritäten im Naturschutz: Workshop zu möglichen Naturschutzzielen und den Prioritäten je nach Situation. Zielgruppe: Mitarbeiter Biologische Station, SICONA-Vorarbeiter.

·         Arbeiten mit der Datenbank Recorder: Einführung in Aufbau und Arbeitsweise der Datenbank, Übungen zu verschiedenen Arbeitsvorgängen. Zielgruppe: Mitarbeiter Biologische Station.

 

 

Datenbanken / GIS

 

Bereits 1999 war die Naturschutz-Datenbank BDGestion eingerichtet worden. Das Basismodul ist funktionell und wird seit 1999 für die Verwaltung der Biodiversitätsverträge genutzt. Angaben zu Lage, Flächengröße und Nutzung von Biodiversitätsflächen sind gespeichert, ebenso wie persönliche Daten zu den Nutzern. Diese Daten werden von der Biologischen Station ständig auf dem aktuellsten Stand gehalten. Es besteht ein Link zu Arc-View, so dass problemlos Karten erstellt und gleichzeitig die Daten zu den einzelnen Flächen aufgerufen werden können. Dies ist eine riesige Arbeitserleichterung, nachdem vor dem Einsatz der Datenbank die Anzahl der Verträge so stark gestiegen war, dass eine Übersicht über die verschiedenen Flächen, die von den Programmen abgedeckt werden, kaum noch möglich war.

 

Seit Ende 2002 werden die faunistisch-floristischen Daten der Station über die vom Naturhistorischen Museum betreute Datenbank „Recorder“ verwaltet. Alte Daten wurden im Laufe der Jahre 2003 und 2004 in die Datenbank importiert. Erhebliche Vorteile dieser Datenbank sind ihre Netzwerkfähigkeit (Zugriff von jedem PC innerhalb des Stations-Intranetzes möglich), sowie der leichte Austausch von Daten mit anderen Benutzern von Recorder außerhalb des Hauses.

 

Daneben führt die Biologische Station auch noch weiter die Datenbank HeckBaam, die speziell für die Verwaltung von Hecken- und Baumkatastern ausgearbeitet wurde (siehe Kapitel zur Erarbeitung von Heckenkatastern in verschiedenen Gemeinden). In diese Datenbank werden nicht nur die Daten der auf Gemeindeebene erstellten Heckenkataster eingegeben, sondern auch alle Unterhaltsarbeiten an Hecken, die vom SICONA-Pflegetrupp oder von den Landwirten selbst durchgeführt werden. Diese fortlaufende Aktualisierung ist notwendig für die Erstellung der jährlichen Pflegepläne, in denen der vorherigen Pflege Rechnung getragen werden muss.

 

Ein weiteres Arbeitsfeld im Bereich Datenbank/GIS war 2004 die Weiterführung der Kartierung und Digitalisierung von Projekten des SICONA-Westen. Sie soll es ermöglichen, die Pflege- und Unterhaltungsmaßnahmen in Zukunft besser planen und einfacher auf digitalen Karten darstellen zu können. Damit dürfte der Arbeitsaufwand für die Jahresprogramme, die der SICONA für seine Gemeinden ausarbeitet, in absehbarer Zeit erheblich sinken. Schwerpunkt der Kartierarbeiten 2004 waren die Obstbaumpflanzungen.

 

Vorschläge zur Gestaltung der Cross Compliance

 

Im Rahmen der EU-Agrarreform werden derzeit die landwirtschaftlichen Prämien von der Produktion entkoppelt. Anstelle der Kultur- und Tierprämien tritt deshalb eine Einheitsprämie, die statt an Produktions- an Rechts- und Umweltkriterien gebunden ist. Die Mitgliedsländer definieren im Rahmen der sogenannten "Cross Compliance" die Umweltstandards, die bei ihnen ab Januar 2005 gelten sollen. Die Festlegung dieser nationalen Standards hat erhebliche Auswirkungen auf den Naturschutz, da je nach Ausrichtung der Cross Compliance der Schutz der Landschaft und die Durchführung verschiedener Naturschutzmaßnahmen auf den Grundstücken der landwirtschaftlichen Betrieben erheblich erleichtert oder erschwert wird.

 

Die Biologischen Stationen kommen im Rahmen ihrer Arbeit, beim Aushandeln von Verträgen für die Biodiversitätsprogramme, aber auch bei anderen Projekten, häufig mit der Problematik der landwirtschaftlichen Prämien in Berührung und sind deshalb mit der Problematik vertraut. Nachdem die Naturschutzsyndikate auf die Bedeutung der Cross Compliance für die zukünftige Naturschutzpolitik aufmerksam gemacht hatten, betraute das Umweltministerium die Biologischen Stationen mit der Ausarbeitung von Vorschlägen zur Gestaltung der Cross Compliance unter Berücksichtigung der Belange des Naturschutzes.

 

Die Biologische Station Westen arbeitete daher in Zusammenarbeit mit den anderen drei luxemburgischen Stationen einen derartigen Vorschlag aus. Aufgrund der Komplexität der verschiedenen landwirtschaftlichen Bestimmungen, sowie der unterschiedlichen Instrumente, die ineinander greifen müssen, war dies nicht ganz einfach. Im Prinzip wurde das Ziel verfolgt, naturschützerisch sinnvolle Maßnahmen so zu gestalten, dass sie mit anderen flächenrelevanten Anforderungen an die Betriebe (etwa der Flächenstilllegung) harmonieren und möglichst einfach in den Betriebsablauf zu integrieren sind. Auf diesem Weg wären flächenhafte Verbesserungen für den Naturschutz möglich, ohne dass die Betriebe allzu große Einschränkungen in Kauf nehmen müssten. Bei der Ausarbeitung dieser Vorschläge wurde sich auch an anderen Mitgliedsländern orientiert und versucht, sinnvolle Maßnahmen auf Luxemburg zu adaptieren.

 

Der von den Stationen vorgelegte Bericht wurde vom Umweltministerium positiv aufgenommen und an das Landwirtschaftsministerium weitergereicht. Aufgrund des fortgeschrittenen Zeitpunkts (der Auftrag erging erst Anfang Dezember an die Station und am 1. Januar tritt die Agrarreform in Kraft) flossen die Vorschläge jedoch kaum noch in die Cross Compliance-Bedingungen ein.

 

Kommunale Projekte

 

Die Biologische Station führte, wie in den Vorjahren, in sehr vielen Gemeinden kleinere Projekte (z.B. im Rahmen des Fledermaus- oder des Steinkauzschutzprogramms) durch. Nachfolgend werden daher nur die Projekte vorgestellt, die einen größeren Umfang hatten oder aus dem Rahmen des Üblichen herausragten.

 

Gemeinden Bascharage, Grosbous und Sanem: Heckenkataster und -pflegepläne

 

lm Rahmen des Subventionsreglements zur Verbesserung der natürlichen Umwelt von 1990 sind die Gemeinden verpflichtet, Heckenpflegepläne zu erstellen, wenn sie Subventionen für die Heckenpflege beantragen wollen. Bisher waren diese Heckenpflegepläne jeweils nur auf ein Jahr angelegt, obschon gerade ökologische, alternierende Pflegekonzepte eine mehrjährige Planung notwendig machen. Als Basis für mehrjährige Pflegepläne ist allerdings zunächst eine genaue Bestandsaufnahme aller Hecken der Gemeinde notwendig. Darauf aufbauend wird dann ein langfristiger Rahmenplan aufgestellt, aus dem jedes Jahr ein annueller Pflegeplan hervorgeht.

 

Seit dem Jahr 2000 erstellt die Biologische Station Westen systematisch derartige Heckenkataster und -pflegepläne in den Mitgliedsgemeinden des SICONA-Westen und des SICONA-Zentrum. Bisher liegen für die Gemeinden Bartringen, Bettemburg, Bissen, Feulen, Küntzig, Kehlen, Kopstal, Mamer, Monnerich, Petingen, Redingen (Süd) und Schifflingen entsprechende Kartierungen vor.

 

Neu erarbeitet wurden 2004 die Heckenkataster in den Gemeinden Bascharage, Grosbous und Sanem. Dabei wurden alle bestehenden Hecken erfasst und in Karten eingetragen. Gleichzeitig wurden alle pflegerelevanten Informationen mit aufgezeichnet. Die Geländedaten werden anschließend in die nationale Heckenkataster-Datenbank HECKBAAM eingegeben. Anschließend wurden die entsprechenden Pflegepläne erstellt.

 

Gemeinde Bartringen: Verhandlungen zwecks Ankauf von Flächen im Naturschutzgebiet "Léi"

 

Im Rahmen eines LIFE-Projekts hatte die Gemeinde Bartringen im Jahr 1999 mehrere Flächen in der Pufferzone des Naturschutzgebiets "Léi“ gekauft. Diese Flächen zeichnen sich durch einen großen ökologischen Wert aus. So kommt unter anderem die europaweit bedrohte Schwarzwurzel (Scorzonera humilis) hier vor. Im Zusammenhang mit der Ausweisung des Naturwaldgebietes "Ënneschte Bësch", das ebenfalls zur Pufferzone des Naturschutzgebietes "Léi" gehört, wurde über die Weiterentwicklung dieser Schutzzone nachgedacht. Die Biologische Station Westen erhielt daher 2004 von der Gemeinde Bartringen den Auftrag, weitere Flächen innerhalb der Pufferzone aufzukaufen, um so den gemeindeeigenen Bereich abzurunden und ihn in einer zweiten Phase gegebenenfalls in eine erweiterte Kernzone zu integrieren.

 

Die Verhandlungen mit den Besitzern erwiesen sich jedoch als schwierig, da die Gemeinde Bartringen vor einem Jahr verschiedene Grundstücke zu einem höheren Preis, als dem für die Grundstücke in der "Léi" vorgesehenen, aufgekauft hatte. Daher konnten in einer ersten Phase keine Flächen gekauft werden. Allerdings bekundeten mehrere Besitzer ihre Verkaufsbereitschaft zum Kaufpreis der Flächen, die die Gemeinde im Vorjahr gekauft hatte. Einige weitere Besitzer sind bereit zu tauschen, die restlichen wollen oder können nicht verkaufen. Zur Zeit hat die Gemeinde Bartringen eine finanzielle Unterstützung beim Umweltministerium beantragt, um sich an den Vorjahrespreis anlehnen zu können. Verhandlungen bezüglich Tausch wollte sie ebenfalls aufnehmen.

Gemeinde Beckerich: Gewässerstrukturgütekartierung

 

Wie in vielen anderen Gemeinden wurden die Fließgewässer in der Gemeinde Beckerich vom Menschen umgestaltet und bei den meisten sind die ökologischen Funktionen nur noch eingeschränkt vorhanden. Als Basis für zukünftige Gewässerrenaturierungen wurde von der Biologischen Station Westen daher im Frühjahr 2004 eine Gewässerstrukturgütekartierung an allen größeren Fließgewässern durchgeführt, um den aktuellen Zustand der Bachläufe zu erfassen.

 

Die Kartierung hat gezeigt, dass hier tatsächlich Handlungsbedarf besteht: 86% der Fließgewässer sind stark verändert, sehr stark verändert oder vollständig verändert, 24% mäßig oder deutlich verändert. Keine einzige Gewässerstrecke ist in einem annähernd naturnahen Zustand (unverändert oder gering verändert). Hauptmangel ist vor allem die starke Tiefenerosion, die aus der weitgehenden Begradigung der Gewässer resultiert; aber auch das Gewässerumfeld (intensive Flächennutzung, fehlende Gewässerrandstreifen) wurde durchweg schlecht bewertet. Positiv ist zu vermerken, dass eine Sohlen- oder Uferbefestigung außerhalb der Ortslagen nur selten zu beobachten ist.

 

Auf der Basis der Gewässerstrukturgüte und der daraus resultierenden Mängelanalyse, die für jedes Fließgewässer durchgeführt wurde, wurden individuelle Vorschläge für Renaturierungsmaßnahmen an den einzelnen Bachläufen entwickelt. 

 

Gemeinde Beckerich: Verhandlungen zur Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen

 

Die Gemeinde Beckerich ist Eigentümer größerer Flächen, die sie im Rahmen einer großen Versteigerung vor einigen Jahren erworben hat. Diese Flächen sollten dazu dienen, eine Reihe von Naturschutzmaßnahmen auf gemeindeeigenem Grund durchführen zu können. Darüber hinaus können Flächen, die sich nicht für die Umsetzung von Maßnahmen eignen, als Tauschflächen dienen. Bereits vor 2 Jahren war ein Katalog möglicher Maßnahmen erstellt worden, die nach und nach umgesetzt werden sollen.

 

Zu den prioritären Maßnahmen dieses Katalogs gehört die Renaturierung von Fließgewässern, die in der Gemeinde Beckerich durchweg in einem schlechten Zustand sind (siehe oben). Als Basiskartierung für die Umsetzung von Renaturierungsarbeiten wurde deshalb die oben beschriebene Gewässerstrukturgütekartierung durchgeführt. Im Anschluss daran wurden von der Biologischen Station Verhandlungen begonnen, mit dem Ziel Flächen für die Renaturierung des „Naerdenerbaach“ bereitzustellen. Dabei soll erreicht werden, dass beidseitig des Gewässers ein möglichst durchgehender Streifen in Gemeindebesitz kommt, um Renaturierungsmaßnahmen durchführen zu können, ohne Privatgrundstücke zu beeinflussen. Die Verhandlungen schließen einerseits den Aufkauf, andererseits aber auch den möglichen Flächentausch ein.

 

Daneben wurden ebenfalls Verhandlungen geführt, um Grundstücke zu erwerben für die Schaffung von Stillgewässern in der Gemeinde. Diese Maßnahmen haben als besondere Zielart den Laubfrosch, von dem noch eine Restpopulation in der Umgebung vorhanden ist.

 

Gemeinden Dippach, Kehlen, Kopstal und Mersch: Kartierung naturschutzrelevanter Wiesen

 

Genaue Wiesenkartierungen stellen eine wichtige Arbeitsbasis für die Umsetzung der Biodiversitätsprogramme dar. lm Rahmen der Kartierung werden alle Grünlandflächen einer Gemeinde unter die Lupe genommen und auf Vorkommen seltener Arten untersucht. Wiesen mit Vorkommen gefährdeter Arten werden genau beschrieben, so dass alle Daten verfügbar sind für eine direkte Integration in die Biodiversitätsprogramme. In den Gemeinden, in denen Kartierungen durchgeführt wurden, hat dies zu einem sprunghaften Anstieg der Biodiversitätsflächen geführt, da dank der erstellten Karte die Bewirtschafter potenzieller Flächen systematisch angesprochen werden können.

 

Wie in den Vorjahren wurden die systematischen Wiesenkartierungen in den SICONA-Gemeinden weitergeführt. Bis 2003 lagen die Kartierungen für die Gemeinden Bartringen, Bascharage, Bettemburg, Küntzig, Mamer, Monnerich, Petingen, Reckingen/Mess und Sanem vor. Zusätzlich wurden 2004 die Gemeinden Dippach, Kehlen, Kopstal und ein Teil der Gemeinde Mersch kartiert.

 

Gemeinde Feulen: Dauerbeobachtungsflächen auf beweideten Silikatmagerrasen

 

Auf vier verschiedenen Silikatmagerrasen in der Gemeinde Feulen, die extensiv beweidet werden, wurden in den vergangenen Jahren vom SICONA-Zentrum Entbuschungsmaßnahmen durchgeführt. Um die Vegetationsentwicklung auf diesen Flächen zu dokumentieren, wurden 2004 auf drei Flächen, die sich standörtlich und von der Artenzusammensetzung her unterscheiden, Dauerbeobachtungsquadrate angelegt. Diese sind im Sommer 2004 erstmals durch pflanzensoziologische Aufnahmen beschrieben worden, die in den nächsten Jahren regelmäßig zur gleichen Zeit durchgeführt werden.

 

Auf einer Fläche wurde zusätzlich zu den Entbuschungsmaßnahmen auf einem kleineren Teilstück die Rohhumusdecke abgetragen; hier soll die Vegetationsentwicklung mit und ohne Rohhumus beobachtet werden.

 

Gemeinde Grosbous: Kartierung naturschutzrelevanter Wegränder

 

Wegränder können als Trittsteinbiotop oder Ausweichlebensraum für seltene Arten ein wichtiges Strukturelement in der Landschaft darstellen. Daher wurden im Sommer 2004 alle Wegränder in der Gemeinde Grosbous mit Ausnahme der artenarmen Bestände botanisch erfasst. Dabei wurde keine vollständige Pflanzenaufnahme erstellt, sondern der Schwerpunkt lag auf seltenen/gefährdeten und für bestimmte Pflanzengemeinschaften charakteristischen Arten (Wiesen, Magerrasen, Säume, Ackerwildkräuter, Wälder).

 

Erwartungsgemäß weisen die meisten Wegränder wiesenähnliche Vegetation auf (fast 50%), der Rest verteilt sich auf die anderen Vegetationstypen. Erfreulicherweise wurden auch einige seltene und gefährdete Arten gefunden; bei den stark gefährdeten Arten handelt es sich ausnahmslos um Ackerwildkräuter, bei den gefährdeten um Magerrasen-Arten.

 

Auf der Basis dieser Kartierung wurde für die von der Gemeinde gemähten Wegränder ein Pflegeplan erstellt, der einerseits das Nährstoffniveau, andererseits das Vorkommen seltener Arten und deren Standort- bzw. Nutzungsansprüche durch verschiedene Nutzungsvarianten berücksichtigt.

 

Gemeinde Mersch: Pflege- und Entwicklungsplan für verbuschte Trockenrasen

 

Unter besonderen geologischen Bedingungen sind im Merscher Gemeindegebiet steile Hänge über kalkreichen Tongesteinen verbreitet, die teilweise noch extensiv beweidet werden. An diesen Standorten sind artenreiche Kalk-Halbtrockenrasen, stellenweise im Übergang zum Trockenrasen, zu finden. Auf einigen dieser Enzian-Schillergrasrasen breiten sich jedoch Gehölze aus und es besteht die Gefahr, dass die typischen und selten gewordenen Pflanzengemeinschaften dadurch beeinträchtigt werden oder sogar verschwinden.

 

Die Biologische Station Westen hat daher im Sommer 2004 diese von Verbuschung bedrohten Flächen lokalisiert (insgesamt 14 Nutzungsparzellen) und eine botanische Bestandsaufnahme vorgenommen. Zusätzlich wurde die Verbuschung anhand von Luftbildaufnahmen grob ausdifferenziert, im Gelände überprüft und anhand dieser Daten eine Einteilung in 4 Verbuschungsgrade vorgenommen.

 

Auf der Basis dieser Daten wurde für jede Fläche ein Pflegeplan erstellt, der vor allem den Grad der Verbuschung und das Vorkommen seltener/gefährdeter Arten berücksichtigt, aber auch andere Faktoren mit einbezieht, z.B. die bei vielen Flächen drohende Intensivierung oder ein alter Obstbaumbestand auf der Fläche.

 

Gemeinde Redingen/Attert: Hochwasserschutz

 

Im Auftrag der Gemeinde Redingen/Attert und des SICONA-Zentrum begann die Biologische Station im Herbst 2003 mit der Aushandlung von Maßnahmen, die der Verbesserung einer lokalen Hochwasserproblematik in Redingen dienen sollen. Eine Studie hatte die Ursachen des Hochwassers analysiert und kam zu folgender Schlussfolgerung: durch intensiven Ackerbau in einer Flur oberhalb des Hochwassergebietes sind die Böden stark verdichtet und im Winter oft vegetationslos. Hinzu kommt die Vernichtung der meisten Randstrukturen wie etwa Hecken und Raine. Bei heftigen Regenschauern läuft das Wasser ungebremst die steilen Hänge nördlich von Redingen ab und sammelt sich dann in der Niederung im Bereich der Ortschaft, wo es länger braucht, um abzufließen.

 

Aufgabe der Station ist es nun, mit den betroffenen Landwirten Schutzstreifen auszuhandeln, die einerseits dem Erosionsschutz dienen können, andererseits auch den schnellen Abfluss des Regenwassers bremsen sollen. Dies können einfach eingesäte Grünstreifen sein, aber auch Hecken, die quer zum Hang angelegt werden.

 

Nach einer Begehung des Gebietes wurden 2003 die Bewirtschafter ermittelt und erste Kontakte geknüpft. Die 2004 geführten Verhandlungen mit den Bewirtschaftern erwiesen sich als äußerst zäh. Bei den Landwirten herrschte eine allgemeine Verunsicherung über die Bestimmungen der neuen, ab 2005 eingeführten Agrarreform. Ein Thema war die Prämienfähigkeit der zu schaffenden Strukturelemente. Diese Frage blieb aber leider bis zu Beginn 2005 offen. Des Weiteren wollte sich keiner der Landwirte auf Pflanzungen von Hecken einlassen, da diese einmal gepflanzt, in der momentanen Rechtslage integral geschützt sind und kaum wieder zu entfernen sind. Diese langfristige Einschränkung der Betriebsflexibilität scheint die meisten Landwirte abzuschrecken, sich auf Neuanpflanzungen einzulassen.

 

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Ausblick 2005

 

Obwohl die Biologische Station Westen in der alten Struktur nicht mehr existiert, wird auch 2005 die Arbeit in unveränderter Form weitergeführt. Für das neue Jahr ist wie immer die Fortführung zahlreicher mehrjähriger Projekte vorgesehen. Darüber hinaus sind auch einige neue Projekte geplant. Die folgende Liste gibt einen Überblick über das Aktionsprogramm für 2005:

 

v      Biodiversitätsprogramme:

Verwaltung und Überwachung der Altverträge, Aushandeln neuer Verträge, Kartierung von Flächen, die sich für eine Integration in die Programme eignen, Monitoring gefährdeter Wiesenvögel innerhalb der Vertragsflächen.

 

v      Obstwiesenschutzprogramm:

Weiterführen der bisher angegangenen Projekte: Öffentlichkeitsarbeit, Anbieten von Schnittkursen. Gezielte Umsetzung des Schutzprogramms in verschiedenen Gemeinden: Auswahl eines Pflanzungsperimeters, Verhandlungen mit Besitzern und Nutzern geeigneter Flächen, Umsetzung der Maßnahmen durch SICONA.

 

v      Fledermausschutzprogramm:

Weiterführung des Programms und regelmäßiges Monitoring der Bestände.

 

v      Artenschutzprojekt Steinkauz:

Weiterführung des Programms und regelmäßiges Monitoring der Bestände.

 

v      Programm zum Schutz der Feldarten:

Umsetzung von Maßnahmen im Rahmen der Biodiversitätsprogramme, gegebenenfalls weitere Kartierungen von Ackerwildkräutern.

 

v      Öffentlichkeitsarbeit:

Weiterführung der Kampagne "Nature for People – People for Nature".

 

v      Fortbildung im Naturschutzbereich:

Organisation von Kursen und Workshops zu verschiedenen Naturschutzthemen auf Anfrage, sowohl für Schulklassen, wie auch für professionelle Erwachsenengruppen. Fortführung des internen Fortbildungsprogramms für die Mitarbeiter von SICONA-Westen und SICONA-Zentrum.

 

v      Entschneidung:

Fertigstellen des Berichts über die Landschaftszerschneidung im Südwesten des Landes mit Maßnahmenvorschlägen zur Entschneidung.

 

v      Agrarsubventionen:

Ausarbeiten von Vorschlägen für eine Harmonisierung naturschutzrelevanter Agrarsubventionen (Agrar-Umweltprogramme, Biodiversitätsprogramme) in Zusammenarbeit mit den anderen Biologischen Stationen.

 

v      Datenbank / GIS:

Weiterer Ausbau der Datenbanken und Weiterführung der Dateneingabe.

 

 

Kommunale Projekte:

 

Kommunale Projekte werden auch 2005 einen großen Teil der Arbeit ausmachen, wobei noch nicht genau festliegt, welche Projekte durchgeführt werden. Einige Arbeiten aus dem Jahr 2004 sind jedoch noch fertig zu stellen und mehrere neue Projekte für verschiedene Gemeinden liegen bereits vor.

 

v      Erstellen von Heckenkatastern und Heckenpflegeplänen:

Fertigstellen des Heckenkatasters der Gemeinde Bascharage. Zusätzlich sind mehrere neue Kartierungen vorgesehen.

 

v      Kartierung naturschutzrelevanter Wiesen:

Weiterführung resp. Fertigstellung der Wiesenkartierungen der Gemeinden Dippach und Mersch; Neukartierung weiterer Gemeinden.

 

v      Fortführung des Flächeninventars von Pflegeflächen des SICONA-Westen.

 

v      Fortführung der Verhandlungen zur Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen in den Gemeinden Beckerich und Redingen.

 

v      Ausarbeiten eines Pflegeplanes für die kommunale Schutzzone Haarzebruch in Grosbous.

 

 

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Abgeschlossene Projekte:

Vorliegende Berichte

 

·         Arten- und Biotopschutzprojekt Steinkauz: Revierkartierung im Südwesten Luxemburgs, 1999

·         Ausweisungsdossier - Naturwaldreservat „Betebuerger Bësch“, 2003

·         Ausweisungsdossier – Naturwaldreservat „Enneschte Bësch“, 2003

·         Avifaunistische Begleituntersuchung zum Vertragsnaturschutz im Grünland, Untersuchungsjahre 2000 und 2001

·         Befragung der Landwirte in den Mitgliedsgemeinden des SICONA-Westen zu Natur- und Umweltschutzthemen, 2004

·         Bericht zu den Futteranalysen der Vertragsflächen im Rahmen des Biodiversitätsreglements, Untersuchungsjahre 2001 und 2002

·         Bericht zu den technischen Kontrollen der Vertragsflächen im Rahmen des Biodiversitätsreglements zwischen Mai und September 2004

·         Die kommunalen Naturschutzgebiete der Gemeinde Bettemburg: Broschüre mit Kurzbeschreibungen der Gebiete, erarbeitet im Rahmen der lokalen Agenda 21

·         Die Vegetation des potentiellen Naturwaldgebietes „Betebuerger Bësch“, 2001

·         Entwicklungskonzept für Bongerten im Westen Luxemburgs, 2000

·         Erfassung der Ackerwildkrautflora in den vom Dogger dominierten Gemeinden im Süden Luxemburgs, 2003

·         Faunistisches Kurzgutachten zum Flächennutzungsplan der Gemeinde Mamer, 2002

·         Heckenkataster/Heckenpflegepläne: Gemeinden Bartringen, Bissen, Kehlen, Kopstal, Küntzig, Mamer, Monnerich, Niederfeulen, Petingen, Redingen (Südteil), Schifflingen

·         Jährliche Pflegepläne für das Gebiet „Giele Botter – Tiresbierg“: für die Jahre 2000, 2001, 2002, 2003

·         Kartierung naturschutzrelevanter Wiesen: Gemeinden Bascharage, Bartringen, Bettemburg, Dippach, Kehlen, Kopstal, Küntzig, Mamer, Monnerich, Petingen, Reckingen/Mess, Sanem

·         „Klatschmohn und Kornblume“, Schutz gefährdeter Ackerwildkrautarten im Süden Luxemburgs, 2004

·         Mauersegler in der Stadt Dudelange – Projekt zur Erhaltung des Mauerseglers: Bericht 2003

·         Monitoring der Fledermauspopulation und technische Kontrolle der Maßnahmen, Ergebnisberichte 1999, 2000, 2001, 2002, 2003, 2004

·         Monitoring der Laubfroschpopulation im Zentrum Luxemburgs, 2003, 2004

·         Monitoring von Randstreifen in einem intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebiet in der Gemeinde Bertrange, 2003

·         Naturschutz im Wald, Vorprojekt 2001

·         Naturwaldkonzept für den Südwesten Luxemburgs, 2001

·         Naturwaldkonzept für Luxemburg, 2002

·         Pflege- und Entwicklungsplan für den Sandmagerrasen „Gaaschgrond“

·         Projekt zum Schutz gefährdeter Feldarten im Westen Luxemburgs mit Schwerpunkt Feldhase und Rebhuhn, Endbericht 2002

·         Stillgewässer und Amphibienkartierungen: Gemeinden Mamer, Petingen

·         Tätigkeitsberichte für die Jahre 1998,1999, 2000, 2001, 2002, 2003, 2004

 

Die Berichte sind verfügbar nach Absprache mit dem jeweiligen Auftraggeber und bei Erstattung der Fotokopierkosten.

 

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