·
Vertragsnaturschutz: die
Biodiversitätsprogramme
o andere
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Verwaltung von Naturschutzdaten
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Betreuung der nationalen
Biodiversitätsprogramme im Westen des Landes |
Biodiversitätsprogramme:
Vier Bereiche mit jeweils spezifischen Programmen
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Biodiversität im Wald |
Biodiversität |
Biodiversität in der |
Biodiversität |
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z.B. Naturwaldreservate |
z.B. spezifische Artenschutzmaßnahmen
für Fledermäuse |
z.B. Bewirtschaftungsverträge für
Extensivwiesen |
z.B. Gewässeranlagen für gefährdete
Amphibienarten |
Umsetzung Vertragsnaturschutz 2003
Schwerpunkt
im Bereich Wiesennaturschutz
Vorkartierungen
·
(ca. 600 ha, vorwiegend
Vegetation, Vögel, Tagfalter)
Aushandeln von Verträgen
·
(etwa 120 Bewirtschafter resp.
Besitzer)
Verwaltung der Daten und Verträge
·
(430 Verträge über 1150 ha)
Kontrollen:
·
Monitoring Zielarten (ca. 500 ha)
·
Einhalten Vertragsbedingungen (ca.
550 ha)
Projekt durchgeführt im Auftrag des
Umweltministeriums
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Schon kurz nach ihrer Gründung
hat die Biologische Station Westen beschlossen, als einen Aktionsschwerpunkt
für die nächsten Jahre, ein Programm zur Wiederherstellung der
Streuobstwiesen zu starten. Streuobstwiesen haben durch die starke
Bautätigkeit in der Region besonders stark gelitten, da sie sich meist im
direkten Ortsrandbereich befanden. Das Streuobstwiesenprojekt: · Ziel: Neuanpflanzung
und Unterhalt von jährlich mindestens 500 Hochstammobstbäumen in
Zusammenarbeit mit den Naturschutzsyndikaten · Gezielte Ansprache
von Privatbesitzern mit geeigneten Grundstücken, Planung der entsprechenden
Obstwiesen mit Sortenvorschlägen, Pflanzung durch SICONA-Westen und
SICONA-Zentrum (außerhalb der Bauperimeter) · Informationsmaterial
zu den Themen Pflanzung von Obstbäumen, Sortenauswahl, Pflege von alten
Obstbäumen (für Pflanzungen innerhalb des Bauperimeters) · Schnittkurse · Vermehrung von alten
lokalen Obstsorten in Zusammenarbeit mit interessierten Baumschulen |
Projekt durchgeführt in Zusammenarbeit
mit SICONA-Westen und SICONA-Zentrum und mit finanzieller Unterstützung des
Umweltministeriums
Vorgabe:
"Plan national pour un développement
durable": 5 % der Waldfläche Luxemburgs wird als Naturwaldreservat
gesichert
Auswahlkriterien:

1. Repräsentanz der Waldgesellschaften
·
Das Typische in seiner
besonderen Ausprägung
·
Spiegelbild der
flächenhaften Verbreitung
2.
Flächengröße
·
100 ha Regelgröße, 50 ha Mindestgröße
·
Unzerschnittene Flächen
3. Naturnähe
·
Alte Laubmischwälder
4. Vorrangig Wald der öffentlichen Hand
Methode
der Flächenauswahl
1. Stufe: GIS-Selektion
·
Auswahl aller geschlossenen Waldgebiete über 100 ha
·
Verschneidung
mit Informationen über die Vegetation (Cartographie des Végétations
Forestières, OBS-Karten, Wuchsgebiete)
2. Stufe: Expertenbefragung
3. Stufe: Erste Auswahl möglicher
Waldgebiete
4. Stufe: Genauere Auswahl und
Abgrenzung anhand von Luftaufnahmen und Besitzerkarten
5. Stufe: Endauswahl durch
Begehungen
Das
vorgeschlagene Naturwaldnetz
·
33 Gebiete
·
Gesamtfläche 4400 ha
·
Flächengröße zwischen 71 und 284 ha
·
Verteilung über
alle Wuchsbezirke mit Ausnahme des Moseltals

Projekt durchgeführt im Auftrag des
Umweltministeriums
· Schutz von
Extensivwiesen im Rahmen der Biodiversitätsprogramme: keine Düngung, keine Mahd
vor dem 15. Juni
· Wiesenvögel sind
Bodenbrüter
· Gefahr durch Ausmähen
der Nester
· je nach Art extrem
späte Mahdtermine notwendig: Bsp. Braunkehlchen -> Jungvögel werden Anfang
bis Mitte Juli flügge
doppelte Zielsetzung:
· Dokumentierung der
Entwicklung der Brutvogelvorkommen im Lauf der Jahre
· Erfassen von Bruten
spätbrühender Weisenvogelarten -> Abschließen von Sonderverträgen mit
späterem Mahdtermin

Monitoring - wozu?
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·
Bodenbrüter
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·
Auffinden der Nester
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·
typischer Bewohner extensiver
Wiesen
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·
Abschließen von Sonderverträgen auf
Neststandorten |
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·
spätbrütend, Jungvögel erst im Juli
flügge |
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·
Effizienzkontrolle: verbessert sich
die Situation für die Art? |
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·
wird bei Mahd Mitte Juni ausgemäht |
Braunkehlchen |
·
gezielter Einsatz der Gelder |
Fledermäuse haben sehr spezifische Ansprüche
an ihren Lebensraum
|
|
·
Geeignetes
Sommerquartier für die Jungenaufzucht z.B. Dachböden, Baumhöhlen für
Baumfledermäuse ·
Nebenquartiere
für die Männchen, die außerhalb der Kolonie leben ·
Zwischenquartiere
im Frühjahr und Herbst, u.a. für Kopulation, z.B. Stollen ·
Geeignete
Jagdgebiete mit hohem Insektenreichtum, z.B. Extensivlandschaften ·
Strukturen,
die die Quartiere und die Jagdräume verbinden, z.B. Hecken, Obstwiesen,
Baumreihen ·
Geeignete
Winterquartiere: Höhlen, Stollen, frostsichere Baumhöhlen für Baumfledermäuse |
Fast alle Fledermausarten sind gefährdet
Aufgrund dieser sehr speziellen Ansprüche haben
Fledermäuse zunehmend Probleme in unserer modernen Landschaft zu überleben.
Ursachen sind:
· Verschlechterung der Nahrungssituation
durch Intensivierung der Landschaft
· Verlust von Quartieren
durch Verschließen und Ausbau von Dachräumen und durch Fällen alter Höhlenbäume
· Verlust von
Leitstrukturen zwischen Quartieren und Jagdrevieren durch Verbau der Ortsränder
und Verschwinden von natürlcihen Strukturen
Das Fledermausschutzprojekt
· Ziel: Öffnen aller
geeigneten Kirchendachräume in der Region
· Kontrollen von Kirchen
und anderen geeigneten Dachräumen
· Vorschlagen von
Maßnahmen zur Verfügbarmachung als Fledermausquartier
· Umsetzung der
Maßnahmen durch SICONA-Zentrum und SICONA-Westen
· Individuelle Beratung
von Privatpersonen mit Fledermausquartieren
Projekt durchgeführt in Zusammenarbeit
mit SICONA-Westen und SICONA-Zentrum, sowie den betroffenen Gemeinden und mit
finanzieller Unterstützung des Umweltministeriums
Der
Steinkauz
·
ist unsere kleinste Eulenart
·
lebt meist in direkter Ortsnähe
·
brütet entweder in Bäumen, meist in Obstwiesen oder an Gebäuden
·
Jagdgebiet extensiv genutztes Grünland
·
früher (bis in die 50ger und 60ger Jahre) unsere häufigste Eulenart;
heute sehr selten geworden
·
allgemeine Biotopschutzmaßnahmen im Rahmen des Obstwiesenprogramms
reichen nicht aus, um die Restbestände zu erhalten
·
Erste Phase: Bestandsaufnahme in sämtlichen Gemeinden
der Region
·
Nur noch sehr wenige Paare festgestellt
·
Rückgang von über 90% in den letzten 20 Jahren und
wahrscheinlich von über 99% in den letzten 50 Jahren
·
Anbringen von speziellen Brutröhren an geeigneten
Standorten durch SICONA-Westen und SICONA-Zentrum
·
Überwachung der Population
Projekt durchgeführt in Zusammenarbeit
mit SICONA-Westen und SICONA-Zentrum, sowie den betroffenen Gemeinden und mit
finanzieller Unterstützung des Umweltministeriums
|
|
Der
Lebensraum Felder und Äcker wird im Naturschutz oft vernachlässigt. Auf
dieses Habitat sind aber Arten spezialisiert, die aufgrund der fortschreitenden
Intensivierung immer mehr Probleme haben, zu überleben. Das Rebhuhn ist schon
seit längerem eine Rote-Liste-Art. Aber auch der Feldhase, der bisher nicht
als gefährdet gilt, hat erhebliche Bestandseinbußen zu verzeichnen.
Insbesondere der aufgrund größerer Schläge immer weiter fortschreitende
Verlust an Rainen und Randstrukturen macht diesen Arten schwer zu schaffen. Das
Feldarten-Projekt: ·
Scheinwerfer-Taxation (Zählung mit Hilfe von Scheinwerfern)
von Feldhasen und anderen Säugetieren der Feldflur in ausgewählten Flächen ·
Erhebung des Rebhuhns in 8 ausgewählten Jagdlosen ·
Erfassung der Kleinstrukturen, sowie der
landwirtschaftlichen Nutzung in den untersuchten Habitaten ·
Ausarbeiten einer Schutzstrategie für diese Arten
auf der Basis der ermittelten Daten ·
Umsetzung von Schutzmaßnahmen ab 2002 im Rahmen der
Biodiversitätsprogramme |
Projekt durchgeführt in Zusammenarbeit
mit dem Naturhistorischen Museum und dem Jagd- und Fischereidienst der
Forstverwaltung
· Wiesen und Weiden:
Lebensraum gefährdeter Arten
· besondere
Verantwortung Luxemburgs: besonders artenreiche Wiesen durch Aufeinandertreffen
kontinentaler und atlantischer Arten in unserer Region
· verschiedene
Wiesentypen durch die europäische Habitatschutzdirektive geschützt
· Schwerpunktvorkommen
extensiver Mähwiesen im Südwesten des Landes
· starke Gefährdung
durch Nutzungsumstellung (Heugewinnung -> Silagenutzung)
· Schutzmaßnahmen im
Rahmen der Biodiversitätsprogramme:
· spätere Mahd
· keine Düngung
· Voraussetzungen:
· Kenntnis der
Verbreitung der entsprechenden Habitate -> noch sehr lückenhaft
· können nur an den
Biodiversitätsprogrammen teilnehmen, wenn Vorkommen gefährdeter Arten
dokumentiert sind -> Kenntnisse ebenfalls sehr lückenhaft
· Systematische
Wiesenkartierungen:
· Kartierung aller
artenreichen Wiesen einer Gemeinde: Lage, Ausdehnung, Nutzung
· Einstufung in
verschiedene Wertekategorien
· gleichzeitige Erhebung
gefährdeter Pflanzen- und Tierarten

Projekt durchgeführt in Zusammenarbeit
mit den jeweiligen Gemeinden und mit der finanziellen Unterstützung des
Umweltministeriums
Wiesenkartierungen
als Umsetzungsinstrument im Vertragsnaturschutz
Beispiel: Umsetzung
Wiesenschutzprogramme in der Gemeinde Mamer

1996 bis 2000:
Aushandeln von Naturschutzverträgen auf wertvollen Wiesen (vorwiegend einige
bekannte größere Extensivwiesenkomplexe)
2000: systematische
Kartierung aller naturschutzrelevanten Wiesen in der Gemeinde
Winter 2000/2001 systematische
Ansprache aller Bewirtschafter von interessanten Wiesen
Anteil von
Vertragswiesen innerhalb eines Jahres von ca. 20% auf ca. 60% aller
naturschutzrelevanten Wiesen gestiegen
Im Rahmen des
Subventionsreglements zur Verbesserung der natürlichen Umwelt von 1990 sind die
Gemeinden verpflichtet, Heckenpflegepläne zu erstellen, wenn sie Subventionen
für die Heckenpflege beantragen wollen. Bisher waren diese Heckenpflegepläne
jeweils nur auf ein Jahr angelegt, obschon gerade ökologische, alternierende
Pflegekonzepte eine mehrjährige Planung notwendig machen. Die SICONA-Gemeinden
bemühen sich daher um eine Verbesserung dieser Pläne. Allerdings ist dies sehr
aufwändig, da zunächst einmal Heckenkataster erstellt werden müssen, die die
Ist-Situation genau erfassen, ehe genauere Pläne aufgestellt werden können.
Heckenkataster
· Aufnahme aller Hecken
im Gelände mit Angaben zu Maßen, Struktur und Artenzusammensetzung
· Erheben von Daten die
für die Pflege relevant sind
· Eingabe aller Daten in
die Datenbank HeckBaam
· Erstellen einer
Übersichtskarte auf GIS
Heckenpflegeplan
Aufstellen eines Pflegeplanes mit Angaben zu:
· Art der Pflege
· Pflegerhythmus
· Zeitpunkt und Aufwand
der Pflegearbeiten
Projekt durchgeführt in Zusammenarbeit
mit SICONA-Westen und SICONA-Zentrum, sowie den betroffenen Gemeinden und mit
finanzieller Unterstützung des Umweltministeriums
Zusammen
mit der Gemeinde Strassen und dem SICONA-Westen bemüht sich die Biologische
Station um die Wiederherstellung der Sandmagerrasen und die Ausweisung eines
Schutzgebietes im Gaaschgronn in Strassen. Da bisher erst ein Teil der Fläche
Gemeindeeigentum ist, wurden in den vergangenen Jahren Flächen aufgekauft,
wobei die Biologische Station die Verhandlungen mit den Besitzern übernahm. Auf
über 3 ha des ca. 5,5 ha großen Gebietes können nun Maßnahmen stattfinden. Als
erste Maßnahmen hat der SICONA bereits einige verbuschte Bereiche entbuscht,
damit die Magerrasenflora- und –fauna sich wieder ausdehnen kann.
Parallel dazu wurde die Biologische Station von der
Gemeinde Strassen beauftragt, einen Pflegeplan für das Gebiet zu erstellen.
Das Projekt umfasst folgende Aspekte:
· Kurzinventar von Flora
und Fauna
· Definition von
Zielarten
· Aufstellen eines Pflegeplanes
unter Berücksichtigung der Ansprüche der entsprechenden Zielarten
· Bewertung der
Möglichkeiten, eine angrenzende Bauschuttdeponie zu renaturieren und dem Gebiet
anzugliedern.
Projekt durchgeführt in Zusammenarbeit
mit der Gemeinde Strassen, sowie SICONA-Westen und mit der finanziellen
Unterstützung des Umweltministeriums
|
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· Erstellen von Faltblättern zu verschiedenen Naturschutzthemen · Erstellen von Informationsbroschüren z.B. zum Thema „Natur im
Siedlungsbereich“ · Ausarbeiten von Technischen Merkblättern zu verschiedenen Themen,
bisher vor allem um den Themenbereich Obstwiese · Obstbaumschnittkurse in Theorie und Praxis · Organisation von Pressevorstellungen, vor allem in Zusammenarbeit mit
den Naturschutzsyndikaten SICONA-Westen und SICONA-Zentrum · Führungen in Naturschutzgebieten resp. anderen interessanten Landschaften
im Bereich der Biologischen Station Westen · Diavorträge zu Naturschutzthemen · Weiterbildung im Naturschutzbereich · Konzeption von Infotafeln |
Access-Datenbank zur Verwaltung der Daten des
Vertragsnaturschutz (Biodiversitätsprogramme)
1. Eingabe und
Bearbeitung der im Feld aufgenommenen faunstisch-floristischen Daten
2. Eingabe und
Bearbeitung der technischen Daten zu den betroffenen Flächen
Allgemeine Angaben zu den Flächen
· Katasternummern
· Flächengröße
· Bewirtschafter
Bei Abschluss eines Bewirtschaftungsvertrages:
· Bedingungen des Bewirtschaftungsvertrages
· zu zahlende
Entschädigung

Access-Datenbank zur Erstellung von Hecken-
und Baumkatastern und Heckenpflegeplänen
1. Lagerung der Daten zu
Hecken und Einzelbäumen
· Ausmaße (Länge,
Breite, Höhe)
· allgemeine
Beschreibung, Artenzusammensetzung
· aktueller Zustand
2. Erstellen von
Pflegeplänen
· Art der Pflege,
Pflegerhythmus,
· Zeitpunkt und Aufwand
der Pflegearbeiten
Geographisches Informationssystem
· Erstellen von Karten
auf verschiedenen Kartengrundlagen, z.B. BDTopo der "Administration du
Cadastre et la Topographie")
· graphische Auswertung
· automatische
Berechnung von Flächen und Distanzen
· verarbeitet Daten aus
Datenbanken (z.B. BDGestion, HeckBaam)

Datenbanken und Kartengrundlagen zur
Verfügung gestellt vom Umweltministerium
Im Jahr 2004 führte die Biologische Station Westen viele ihrer
inzwischen schon traditionellen Projekte fort. Hierzu zählen Verhandlung und Verwaltung
von Verträgen im Rahmen der Biodiversitätsprogramme, ebenso wie
zoologisch-botanische Kartierungen im Rahmen unterschiedlicher Projekte, das
Erstellen und die Begleitung von Pflegeplänen, das Führen von Verhandlungen mit
Besitzern und Pächtern für den Aufkauf oder die Nutzung von Naturschutzflächen,
sowie eine unterschiedliche Palette von Aktivitäten im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit.
Auch der weitere Ausbau der regionalen Naturschutz-Datenbank gehört dazu.
Hinzu kamen 2004 aber auch einige neue, interessante Arbeiten, etwa ein
Konzept zur Entschneidung der stark urbanisierten und zerschnittenen Landschaft
im Südwesten Luxemburgs oder die Ausarbeitung von Vorschlägen zur Umsetzung der
EU-Agrarreform in Zusammenarbeit mit den anderen luxemburgischen Biologischen
Stationen.
Insgesamt stand das Jahr 2004 für die Biologische Station Westen im
Zeichen einer verstärkten Kooperation mit anderen Akteuren. So wurde die
Zusammenarbeit mit den Gemeinden des SICONA-Zentrum intensiviert und eine
Anzahl neuer kommunaler Projekte in diesen Gemeinden ausgearbeitet. Auch mit
den anderen Biologischen Stationen in Luxemburg wurde eine regelmäßige
Kooperation angestrebt, um Synergien zu nutzen und eine Koordination der
Arbeiten der verschiedenen Stationen zu ermöglichen. Aber auch mit
ausländischen Naturschutz-einrichtungen wurde der Kontakt intensiviert. So
fanden mehrere Treffen mit Verantwortlichen der Biologischen Station von
Nettersheim in der Eifel statt und die Biologische Station Westen beteiligte
sich mit einer Exkursion an der Jahrestagung des Deutschen Verbandes für
Landschaftspflege.
Daneben führte die Biologische Station erstmals ein umfassendes
Fortbildungsprogramm, sowohl für die eigenen Mitarbeiter, als auch für die
Arbeiter des Pflegetrupps durch. Insgesamt 10 Fortbildungseinheiten befassten
sich mit so unterschiedlichen Themen, wie dem neuen Naturschutzgesetz, dem Umgang
mit Datenbanken, den spezifischen Anforderungen bestimmter Biotop- oder
Artenschutzprogramme oder den Prioritäten bei konkurrierenden Schutzzielen.
Parallel zum normalen Arbeitsablauf fand 2004 eine Diskussion statt, die
eine wichtige strukturelle Änderung für die Station zum Thema hatte: die
Übernahme des Personals durch das interkommunale Syndikat SICONA-Westen. Im
Herbst stimmte der Vorstand des SICONA-Westen schließlich einer Integration der
Biologischen Station in das Syndikat zu, so dass das Personal ab Januar 2005
unter neuen Rahmenbedingungen seine Arbeit weiterführen wird.
An der Arbeitspraxis wird dies jedoch wenig ändern. Zwar wird die zuvor
schon bestehende Kooperation zwischen der Biologischen Station und dem
Pflegetrupp des SICONA-Westen, der die praktischen Naturschutzarbeiten im
Gelände durchführt, noch enger. In Vorbereitung dazu wurde im Oktober 2004 der
Agraringenieur Paul Faber mit einer Halbtagsstelle eingestellt. Er soll in
Zukunft helfen, die Arbeiten des Pflegetrupps zu koordinieren.
Die Biologische Station wird jedoch weiterhin im Rahmen eines
Kooperationsvertrages auch die Gemeinden des SICONA-Zentrum betreuen. Die
laufenden Projekte werden auch in Zukunft in unveränderter Form weitergeführt
und das Arbeitsfeld bleibt das gleiche. So bedeutet die neue Situation keinen
Bruch in der Geschichte der Biologischen Station, sondern vielmehr die Chance,
die Arbeit in einem gefestigten Rahmen fortzuführen.
Die
Umsetzung der Biodiversitätsprogramme des Umweltministeriums gehört zu den
alljährlichen Aktivitäten der Biologischen Station Westen. 2004 lag das
Hauptgewicht, wie in den Vorjahren, bei den Wiesenschutzprogrammen, daneben bildeten
Brache- resp. Randstreifenverträge im Ackerland im Rahmen des
Feldartenprojektes einen weiteren Schwerpunkt.
Da die Verträge für den Zeitraum von 5 Jahren gültig sind, mussten nur kleinere Korrekturen an den bestehenden Verträgen über das Jahr hinweg ausgeführt werden. Über diese kleineren Arbeiten an den bestehenden Verträgen hinaus wurden 2004 von der Biologischen Station auf 175 ha Fläche 63 neue Verträge mit 42 Bewirtschaftern ausgehandelt.
Ein
Großteil der betroffenen Flächen waren bei den Wiesenkartierungen von Clemency
und Leudelingen im Vorjahr resp. Dippach und Kehlen im Laufe des Jahres
kartiert worden. Bei den weiter unten beschriebenen Wiesenkartierungen in
Dippach, Kehlen, Kopstal und Mersch wurden im Jahr 2004 wieder ca. 390 ha
potentielle neue Vertragsflächen kartiert.
Daneben
wurde auch das Wiesenvogelmonitoring weitergeführt. Insgesamt wurden 186 ha in
den Gemeinden Bartringen, Bascharage, Bettemburg, Dippach, Kayl und
Reckingen/Mess im Jahr 2004 untersucht. Dabei wurden folgende gefährdete Arten
festgestellt: Schafstelze, Rebhuhn, Neuntöter, Braunkehlchen, Schwarzkehlchen
und Kiebitz. Beim Braunkehlchen konnte lediglich noch die Präsenz während der
Brutzeit nachgewiesen werden, jedoch keine einzige Brut mehr.
Im Bereich
der Biologischen Station Westen bestanden Ende 2004 für das Kulturjahr 2005
insgesamt 614 Verträge, die von der Station verwaltet werden. Die
Nutzungsformen der etwa 1550 ha Grünland lassen sich in 3/5 Mähwiesen, 1/5
Mähweiden und 1/5 Weiden unterteilen. Daneben stehen ca. 13 ha Ackerland (in
Form von Randstreifen) unter Biodiversitätsvertrag,
Neben den
bereits beschriebenen Arbeiten wurde auch das 2001 begonnene agronomische
Monitoring weitergeführt. Es wurden auf ausgewählten Mähwiesen jeweils vor dem
ersten und zweiten Schnitt Futterproben entnommen, die vom Laboratorium der
Ackerbauverwaltung in Ettelbrück hinsichtlich ihres Nährstoff- und
Mineralstoffgehaltes untersucht wurden. 2004 wurde der Schwerpunkt der
Futteranalysen auf Wiesen gelegt, in denen die Schwarzwurzel noch vorkommt.
Dabei musste festgestellt werden, dass einige ehemalige Standorte heute
verschwunden sind. Außerdem kam es bei den Analysen im Laboratorium der
Ackerbauverwaltung beim 2. Schnitt leider zu Computerproblemen, so dass die
Ergebnisse nicht komplett sind. Die vorhandenen Ergebnisse sind trotzdem zu
verwerten und setzen die Untersuchungsreihe der vergangenen Jahre fort.
Als neues Projekt wurde 2004 ein
Entschneidungskonzept für den Südwesten des Landes in Angriff genommen. Der
Kunstbegriff „Entschneidung" bezeichnet Maßnahmen, die der Zerschneidung
der Landschaft durch Besiedelung und Infrastruktur entgegenwirken sollen. In
der Region des SICONA-Westen ist die Landschaftszerschneidung ein reelles
Problem, da in dem stark urbanisierten Raum nicht nur 4 Autobahnen eine starke
Barrierewirkung haben, sondern darüber hinaus durch die fortschreitende
Zersiedelung die Freiraumkorridore an verschiedenen Stellen stark zu schrumpfen
oder ganz zu verschwinden drohen. Beiträge zur Urbanisierungspolitik aus
Naturschutzsicht werden deshalb vermutlich zu einem wichtigen Thema der
Biologischen Station Westen werden.
Ein erster Schritt in diese Richtung ist
die Erstellung eines Grobkonzeptes für Entschneidungsmaßnahmen an den
Autobahnen. Im Rahmen dieser Arbeit wurde zunächst eine GIS-Analyse der
Landschaft erstellt. Dabei wurden die noch unzerschnittenen Räume und die
möglichen überregionalen Wanderkorridore identifiziert. Dabei musste
festgestellt werden, dass es nur noch wenige mögliche Korridore gibt und dass
diese an einigen Stellen unabhängig von der Zerschneidung durch die Autobahnen
bereits sehr stark reduziert sind. Durch die Schnittpunkte der möglichen
Wanderrouten mit den Autobahnen ergaben sich die neuralgischen Punkte, an denen
größere Arbeiten zur Verbesserung der Durchlässigkeit der Autobahnen
stattfinden müssten.
Daneben wurden aber auch Daten zu
Vorkommen verschiedener Zielarten (große Säuger wie Hirsch, Reh und
Wildschwein, der etwas kleinere Dachs, aber auch die Amphibien (insbesondere
der Kammmolch) als kleinere Arten mit sehr unterschiedlichen Ansprüchen)
gesammelt. Eine Analyse zur speziellen Problematik dieser Arten, sowie das
Abfahren sämtlicher aktuellen Passagen an den 4 Autobahnen resultierten in
einem Katalog kleiner Maßnahmen, deren Durchführung ebenfalls wünschenswert
wäre.
Nachdem die Biologische Station 2002 das
Naturwaldkonzept für Luxemburg und 2003 die Ausweisungsdossiers für die
Naturwaldgebiete "Beetebuerger Bësch" und "Enneschte Bësch"
abgeschlossen hatte, konzentrierte sich die Arbeit am Naturwaldprojekt 2004 im
Wesentlichen auf die Öffentlichkeitsarbeit.
Im April fand eine Exkursion in das
Naturwaldgebiet "Steinbach- und Netzbachtal" bei Saarbrücken statt,
an der die Bürger der Gemeinden Bartringen, Leudelingen, Roeser und Bettemburg,
die an den "Beetebuerger Bësch" resp. den "Enneschte Bësch"
grenzen, teilnehmen konnten. Fast 40 Teilnehmer profitierten von dieser
Gelegenheit, unter kundiger Führung die Umsetzung eines Urwaldprojektes in
einer Nachbarregion kennen zu lernen. Diese Exkursion bot darüber hinaus der
Biologischen Station die Gelegenheit, Kontakte zu den Trägern des
saarländischen Naturwaldkonzeptes zu knüpfen.
Daneben fand in Zusammenarbeit mit den
Gemeinden Bettemburg, Leudelingen und Roeser, den dortigen Sektionen der Natur-
und Vogelschutzliga, verschiedenen Fotografenorganisationen und dem
SICONA-Westen ein Fotowettbewerb mit dem Thema "Den Naturbësch zwësche
Beetebuerg, Leideleng a Réiser am Joer 1" statt. Mehr als 30 Fotografen
sandten insgesamt etwa 200 Fotos ein, die im Januar 2005 in einer Ausstellung
präsentiert wurden.
Parallel dazu lief die
Ausweisungsprozedur der beiden Naturwaldgebiete, die bis Ende des Jahres noch
nicht abgeschlossen war.
Bereits seit 1999 arbeitet die Biologische Station Westen intensiv an einem
Streuobstwiesenprogramm. Das Programm deckt verschiedene Bereiche ab. Im
Bereich Öffentlichkeitsarbeit wurden 2004, wie in den Jahren zuvor,
Schnittkurse für interessierte Bürger organisiert, die wieder sehr gut besucht
waren. Daneben wurden weiterhin kostenlos technische Merkblätter zu
verschiedenen Themen um die Obstwiese angeboten (u.a. Planung einer Obstwiese,
Sortenauswahl, richtige Pflanzung, Obstbaumschnitt und Naturschutz in der
Obstwiese), sowie Tabellen mit Angaben über die Eigenschaften empfehlenswerter
Apfel-, Birnen-, Zwetschgen- und Kirschensorten. Diese Listen umfassen mehrere
hundert empfehlenswerte, robuste, alte, z.T. auch neue Sorten, inklusive
Lokalsorten. Die Merkblätter stehen in deutscher und französischer Sprache zur
Verfügung.
Zusammen mit den anderen Biologischen Stationen und den Stiftungen
"Hëllef fir d'Natur" und "Ökofonds" wurde die Liste
empfehlenswerter Obstsorten aktualisiert. Beide Stiftungen arbeiten seit einem
Jahr an einem Sortenprojekt, bei dem es um Erfassung und Vermehrung alter
Regionalsorten geht. Daneben suchte die Biologische Station Westen bei den
regionalen Baumschulen nach Lieferanten für Sorten, die bisher nicht geliefert
werden konnten. Eine Auflistung verschiedener, auf alte Obstsorten
spezialisierter Baumschulen mit dem aktuellen Sortiment ermöglicht zur Zeit den
Kauf fast aller Sorten, die in der Empfehlungsliste aufgeführt werden.
In Zusammenarbeit mit dem SICONA-Westen
wurden 2004 insgesamt 417 junge Hochstammobst-bäume gepflanzt, die meisten
davon auf Privateigentum. Die Biologische Station übernahm die Verhandlungen
mit den Besitzern und die logistische Arbeit bei den Bestellungen, während die
Pflanzarbeiten und die Nachpflege vom SICONA-Westen ausgeführt wurden.
Obstbaum-pflanzungen wurden 2004 in den Gemeinden Bartringen, Dippach, Garnich,
Kayl, Kehlen, Kopstal, Küntzig, Mamer, Monnerich, Reckingen/Mess und Sanem
durchgeführt.
Seit 2001 beschäftigt sich die
Biologische Station Westen intensiver mit dem Lebensraum Acker. lm Auftrag des
Naturhistorischen Museums und des Jagddienstes der Forstverwaltung wurde
zunächst 2001 und 2002 eine Studie zur Situation des Feldhasen, des Rebhuhns
und anderen Säugetieren in der Feldflur im Westen des Landes erstellt. Die
Schlussfolgerungen aus dieser Arbeit wurden dann in Form eines Schutzkonzeptes
in die Praxis umgesetzt.
2002 wurden erste Verträge mit Bauern
ausgehandelt, die die Anlage von Brachestreifen im Ackerland und von
Randstreifen im Grünland zum Ziel haben. 2003 wurden weitere Verträge
abgeschlossen. Schwerpunkte waren die Gebiete um Hüncheringen in der Gemeinde
Bettemburg und bei Simmern. Aber auch in Hüttingen (Gemeinde Beckerich) und
Sanem konnten einige Maßnahmen durchgeführt werden. Die Ackerbrachestreifen
wurden ab Mai 2003 mit einer speziellen Saatmischung angesät. Die von der
Station zusammengestellte Mischung enthält vor allem Kulturpflanzen.
Futterrüben, Hafer, Malven, Kohl und Sonnenblumen prägen die Mischung. In
geringem Anteil wurden aber auch Grassamen beigemischt. Anders als bei
handelsüblichen Mischungen wurde fast vollständig auf Leguminosen verzichtet.
Bereits 2003, dem ersten Aussaatjahr,
wurden Dauerbeobachtungsparzellen auf den Streifen eingerichtet, welche
phytosoziologisch untersucht werden. Das Monitoring wurde 2004 weitergeführt.
Ein Streifen in Bettemburg wies beachtliche Mengen an Ackerkratzdisteln auf und
wurde zur Problemunkrautbekämpfung abgemäht. Im Rahmen der Verhandlungen zum
Abschluss von Biodiversitätskontrakten konnten 2004 nochmals 0,5 ha Brachestreifen
geplant werden. Damit erhöht sich die Fläche auf insgesamt 13 ha in den
verschiedenen Gemeinden.
Ersten Berichten von Ortskundigen
zufolge scheinen die Maßnahmen zu greifen. Während vor Beginn der Arbeiten der
Rebhuhnbestand in der Gemeinde Bettemburg auf einem Tiefstand war (nachdem 2002
1 bis 2 Paare beobachtet wurden, gelangen 2003 überhaupt keine Beobachtungen),
konnte im Winter 2004/05 wieder ein Verband von etwa 18 Rebhühnern beobachtet
werden. Auch über die Sommermonate hinweg kam es zu mehreren Sichtungen. Küken
wurden jedoch nie gesichtet.
Erwähnenswert sind ebenfalls die
Beobachtung einer Schwarzkehlchenbrut und einer Schafstelze zur Brutzeit in den
Brachestreifen um Hüncheringen.
Seit 1998 führt die Biologische Station
ihr Programm zum Fledermausschutz durch. Zunächst waren in den Gemeinden des
SICONA-Westen alle Kirchen untersucht und dann -soweit eine Einigung mit den
Gemeinden und Kirchenfabriken gefunden wurde- seit 1999 die geeigneten Kirchen
für Fledermäuse geöffnet worden. Parallel dazu wurden in weiteren Gemeinden des
Aktivitätsbereichs der Biologischen Station Kirchen kontrolliert. 2000 waren
die Kontrollen in den meisten Gemeinden abgeschlossen; es wurden jedoch noch an
weiteren Kirchen (und teilweise auch Schulen) im Bereich des SICONA-Westen und
des SICONA-Zentrum Fledermausöffnungen angebracht. Die Arbeiten selbst wurden
von den Naturschutzsyndikaten ausgeführt. Die Biologische Station kümmerte sich
um den Kontakt mit Gemeinden und Kirchenfabriken.
Nachdem sich 2003 4 weitere Gemeinden
neu am Fledermausschutzprojekt beteiligt hatten, konnten 2004 die Gemeinden
Useldange, Walferdange, Ettelbruck und Redange ebenfalls dazu gewonnen werden.
Hier fanden Kontrollen in den insgesamt 13 Kirchen statt. Dabei konnte
erfreulicherweise eine neue Wimperfledermauskolonie gefunden werden. Sollte mit
den entsprechenden Gemeinden und Kirchenfabriken eine Einigung gefunden werden,
so können diese Kirchen im Jahr 2005 für Fledermäuse geöffnet werden.
2004 wurde außerdem das Monitoring des Schutzprogramms weitergeführt,
d.h. die Kontrolle aller geöffneten Kirchen hinsichtlich Fledermausspuren,
sowie die Überprüfung des technischen Zustands der Umbaumaßnahmen. Über diesen
Weg sollen die Auswirkungen der Schutz-bemühungen über die Jahre dokumentiert
werden. Aussagen zur Entwicklung der Populationen sind zu diesem Zeitpunkt kaum
möglich, da die Fledermäuse in der Regel nur ein Junges pro Jahr gebären und
die Entwicklung demnach sehr langsam verläuft. Außerdem sind die Tiere äußerst
standorttreu, d.h. sie kehren immer wieder zu den Orten zurück, wo sie auch
schon in früheren Jahren ihre Hangplätze und Wochenstuben hatten. Erst wenn
hier die Population zu groß wird, suchen sich Teile der Kolonie neue
Hangplätze, gegebenenfalls in neu geöffneten Kirchen. Unter diesen
Voraussetzungen sind keine spektakulären und schnellen Entwicklungen zu
erwarten.
Ein weiterer Teilbereich dieses
Projektes war auch 2004 die Beratung von Privatpersonen, die Fledermäuse unter
ihrem Dach haben und mit konkreten Problemen an die Biologische Station
herantreten.
Nachdem in den letzten Jahren das
Steinkauzinventar abgeschlossen und die Maßnahmen (Anbringen von ca. 450
Brutröhren in der gesamten Region) zusammen mit SICONA-Westen und SICONA-Zentrum
durchgeführt wurden, verwaltet die Biologische Station zur Zeit nur noch die
Daten. Die Niströhren selbst werden von den beiden Syndikaten kontrolliert und
unterhalten.
Im Jahr 2004 blieb die Anzahl der
besetzten Reviere konstant im Vergleich zu den Vorjahren. Es kam jedoch zu
erheblichen Verschiebungen innerhalb der einzelnen Reviere. Wie 2003 wurden
insgesamt 8 Reviere festgestellt. Davon befanden sich 2 (Vorjahr: 4) in der
Gemeinde Kehlen. Bei beiden wurde eine Brut festgestellt. 2 Reviere wurden in
der Gemeinde Beckerich festgestellt (2003 ebenfalls 2), davon eines mit Brut.
Je 1 Revier befand sich, wie 2003, in den Gemeinden Reckingen/Mess und Koerich.
Neu waren eine Brut in der Gemeinde Dippach und der Fund von Einzelgewöllen in
der Gemeinde Roeser. Obwohl die Zahl der Reviere konstant geblieben ist, ist
die Anzahl der Bruten mit 5 wieder um eine im Vergleich zum Vorjahr
zurückgegangen. Außerdem muss man feststellen, dass sich in der Gemeinde Kehlen
(die bis vor einem Jahr noch die einzige kleine zusammenhängende Population
besaß) der Bestand halbiert hat. Insgesamt sind die Erfolgsaussichten bei
diesem Projekt also immer noch ungewiss. Sicher ist jedoch, dass ohne die
bisherigen Maßnahmen die Art in der Region inzwischen ausgestorben wäre.
2004 führte die Biologische Station
Westen das seit 1995 kontinuierlich durchgeführte Monitoring einer
Laubfroschpopulation in den Kantonen Redingen und Mersch weiter. Es geht dabei
um die Überwachung der einzigen größeren Laubfroschpopulation des Landes, die
vor etwa 10 Jahren aus einer kleinen Restpopulation im Rahmen eines regionalen
Kleingewässerschutzprogramms entwickelt worden war. Dabei werden alljährlich an
50 bis 60 potentiellen Laubfroschgewässern die Bestände rufender Männchen
gezählt, um so über die Jahre einen Überblick über die Entwicklung der
Population zu erhalten.
Wie bereits in den Vorjahren waren die
Ergebnisse der Zählung nicht sehr positiv. Der zuvor schon festgestellte
Rückgang setzte sich in erschreckendem Maß fort. Bei der Zählung 2004 konnten
nur um die 25 rufende Männchen gezählt werden. Das entspricht den Zahlen von
1995, bevor die Schutzmaßnahmen zu greifen begonnen hatten. Allerdings spielen
die Wetterbedingungen immer auch eine Rolle, so dass man die einzelnen Jahre
nicht so absolut miteinander vergleichen kann. Allerdings ist klar ein über
mehrere Jahre dokumentierter starker Rückgang der Population zu erkennen, der
mit fehlenden Unterhaltungsmaßnahmen an den betroffenen Gewässern zusammen
hängt. Zwar versuchte SICONA-Centre, in dessen Aktionsbereich die Gewässer
liegen, die Überhand nehmenden Rohrkolbenbestände zurückzudrängen. Leider
wurden seitens der zuständigen Forstverwaltung jedoch nur punktuelle Maßnahmen
genehmigt, so dass die Arbeiten wenig Wirkung zeigten.
Öffentlichkeitsarbeit hat bereits seit
Jahren eine wichtige Rolle bei den Aktivitäten der Biologischen Station
gespielt. Die Erkenntnis, dass eine effiziente Öffentlichkeitsarbeit die Basis
für eine breite Akzeptanz des Naturschutzes darstellt, hat zur Entwicklung des
Projektes "Nature for people – people for
nature"
geführt, das 2002 vom SICONA-Westen und der
Biologischen Station ins Leben gerufen und seither intensiv vorangetrieben
wurde.
"Nature for people – people for
nature" orientiert sich an einem gleichnamigen, sehr anspruchsvollen Projekt
der niederländischen Regierung, Provinzen und Gemeinden. Die Niederländer
haben, trotz hoher Bevölkerungsdichte, in den letzten Jahren eine sehr
erfolgreiche Naturschutzpolitik eingeleitet, die auf dem Grundsatz basiert,
dass Naturschutz nicht nur der Natur dient, sondern gleichzeitig wesentlich zum
sozialen und wirtschaftlichen Erfolg der Gesellschaft beiträgt.
"Nature for people" bedeutet, dass die
Natur für die Menschen zugänglich, erreichbar und nutzbar ist und damit zum
Wohlbefinden der Bürger beiträgt. Es bedeutet, dass der Mensch in der Natur
willkommen und nicht ausgesperrt ist. Dabei ist der Begriff Natur weit gefasst:
er reicht von der Natur ums eigene Haus bis hin zu großflächigen, naturnahen
Landschaften.
"People
for nature" bedeutet im Gegenzug, dass die Natur durch die
Menschen geschützt, kultiviert und entwickelt werden soll. Neben der
Verantwortung des Einzelnen sind die kommunalen, regionalen und nationalen
Instanzen gefordert, die Natur als kollektives Gut für die heutigen und
nächsten Generationen effizient zu schützen.
Langfristige Ziele des Projektes sind unter anderem:
·
eine Region zu entwickeln, die für die
Menschen eine attraktive Umgebung zum Wohnen, Arbeiten und Erholen darstellt
·
einen effizienten Schutz für die biologische
Vielfalt sicherzustellen, d.h. für Ökosysteme, Landschaften, Pflanzen und Tiere
·
eine nachhaltige Nutzung der natürlichen
Ressourcen zu gewährleisten, wie z.B. Wasser, Boden und biologischer Vielfalt.
Im Rahmen dieser sehr weit gefassten Kampagne führte die Biologische
Station bereits 2003 eine große Anzahl unterschiedlicher Arbeiten durch. 2004
wurde erstmals ein Veranstaltungskalender zusammengestellt, der auf 16
verschiedenen Aktivitäten zwischen Februar und Oktober in unterschiedlichen
Gemeinden des SICONA-Westen und des SICONA-Zentrum basierte. Der Kalender wurde
als Faltblatt an interessierte Personen und die Presse verschickt, sowie bei
den einzelnen Aktivitäten verteilt. Außerdem wurde das Veranstaltungsprogramm
in den Organen der einzelnen Mitgliedsgemeinden der beiden Gemeindesyndikate
veröffentlicht. Zusätzlich wurden die einzelnen Aktivitäten per Flyer an die
einzelnen Haushalte der jeweils betroffenen Gemeinden und durch die Presse
angekündigt. Die verschiedenen Aktivitäten werden im folgenden kurz
vorgestellt.
Unter dem Slogan "Nature for people – people for nature" fanden 2004 insgesamt
10 öffentliche Exkursionen statt, die mit durchschnittlich etwa 30 Teilnehmern
gut besucht waren. Diese Spaziergänge oder Fahrradtouren, die von Mitarbeitern
des SICONA-Westen und der Biologischen Station geleitet wurden, führten in
verschiedene attraktive Landschaften der Region, wobei einerseits typische
Tier- und Pflanzenarten, andererseits konkrete Schutzprojekte vorgestellt
wurden. Eine Exkursion führte als Busexkursion ins Ausland, wo ein
Naturwaldgebiet bei Saarbrücken besichtigt wurde. Die einzelnen Veranstaltungen
sind nachstehend aufgeführt:
·
24. April 04: Busexkursion in den “Urwald Steinbachtal” bei Saarbrücken
·
9. Mai 04: Fahrradexkursion Lebensraum Gewässer in Küntzig
·
20. Mai 04: Fahrradexkursion Blumenwiesen in Dippach und Sanem
·
6. Juni 04: Exkursion Blumenwiesen in Bartringen
·
23. Juni 04: Exkursion Wiesen und Quellen im Tal der Mëchelbaach in
Feulen
·
27. Juni 04: Exkursion Natur im Dorf in Olm
·
12. September 04: Exkursion Natur und Landschaft um Moesdorf/Mersch
·
19. September 04: Exkursion Lebensraum Tagebaugebiet
(Léiffrächen-Hutbierg)
·
26. September 04: Exkursion Naturschutz in Beckerich
·
10. Oktober 04: Herbstexkursion Die Mamer - Lebensraum Wasser
Außer diesen öffentlichen Exkursionen für die
Bürger der Region organisierte die Biologische Station 2004 auch mehrere
Aktivitäten für andere Organisationen. So wurde für den Deutschen Verband für
Landschaftspflege im Rahmen des Landschaftspflegetages in Orscholz im Saarland
eine Exkursion nach Bartringen durchgeführt. In die gleiche Gemeinde führte
eine Exkursion im Rahmen einer Grünlandtagung, die vom Herdbookverein
organisiert wurde. Schließlich wurde auch für den Verein der luxemburger
Biologen (ABIOL) eine ähnliche Exkursion ausgerichtet. Alle drei Exkursionen
hatten die Aktivitäten der Biologischen Station und des SICONA-Westen, sowie
den Vertragsnaturschutz in Luxemburg zum Thema.
Im Rahmen der Ausweisung des
"Beetebuerger Bësch" als Naturwaldgebiet organisierte die Biologische
Station zusammen mit den angrenzenden Gemeinden Bettemburg, Leudelingen und
Roeser, dem SICONA-Westen, den Naturfotofrënn, den Photo-Amateurs Beetebuerg
und den LNVL-Sektionen Bettemburg, Leudelingen und Roeser einen Fotowettbewerb.
Der Wettbewerb wurde im Frühjahr 2004 mit einem Presseaufruf gestartet.
Interessierte Fotografen aus den umliegenden
Gemeinden, aber auch aus dem ganzen Land wurden eingeladen, das entstehende
Naturwaldgebiet zu besuchen und interessante Aspekte fotografisch festzuhalten.
Die eingeschickten Fotos wurden in den 4 Kategorien Landschaft, Flora, Fauna
und Junge Fotografen prämiert. Dazu stifteten die Gemeinden attraktive
Geldpreise.
Bis zum Einsendeschluss Anfang
Dezember wurden über 210 Bilder von 33 Teilnehmern eingereicht, die als
Ensemble eine interessante und attraktive Dokumentation des "Beetebuerger
Bësch" darstellen. Sie wurden zu einer Ausstellung zusammengestellt, die
im Januar 2005 im Festsaal der Gemeinde Roeser gezeigt wurde.
2003 wurde vom SICONA-Westen in
Zusammenarbeit mit der Gemeinde Düdelingen ein Schutzprojekt für den
Mauersegler ins Leben gerufen, bei dem eine Reihe von spezifischen Maßnahmen
für den Erhalt der bedeutenden Düdelinger Mauerseglerpopulation durchgeführt
worden waren. In der Folge dieses Projektes hat die Biologische Station, in
Zusammenarbeit mit einem freiberuflichen Kameramann, 2004 einen kurzen Film
über den Mauersegler hergestellt, der die Art, ihre Gefährdung sowie die
Schutzmaßnahmen vorstellt. Der Film wurde im Frühjahr 2004 von RTL gesendet und
ist als Videokassette für alle Interessierten verfügbar.
Bereits 2002 war ein erster Teil einer aufwendigen Broschüre zum Thema
Natur im Siedlungsbereich in Zusammenarbeit mit dem Naturhistorischen Museum
ausgearbeitet worden. 2003 wurden zwei weitere Teile erstellt, so dass eine
ganze Palette von möglichen Naturschutzmaßnahmen rund ums Haus behandelt wurde.
Die 3 Broschüren enthalten konkrete Handlungsanweisungen für die interessierten
Bürger. Nummer 1 mit den Teilbereichen "Grüne Bauwerke, Mauern, Wege und
Plätze sowie Gartengewässer" wurde im Herbst 2003 gedruckt. Die beiden
anderen Broschüren zu den Themen "Naturgarten" und "Artenschutz
ums Haus", sowie zu Pflanzung und Unterhalt von Hecken, Bäumen und
Obstwiesen erschienen 2004.
Die Broschüren sollen in Zukunft den Baugenehmigungen in den
Mitgliedsgemeinden des SICONA-Westen beigelegt werden, soweit es sich um
Neubauten oder größere Renovierungen handelt, die auch eine Neugestaltung des
Umfeldes erwarten lassen. Die Broschüren stehen aber auch anderen
interessierten Bürgern auf Anfrage zur Verfügung. Einige Gemeinden haben sich
darüber hinaus entschlossen, sie an alle Haushalte zu verteilen.
Zusätzlich zu dieser zuvor beschriebenen, offensiveren Form der
Umweltinformation haben SICONA-Westen und SICONA-Zentrum beschlossen, bei
Naturschutzprojekten, die an viel begangenen Wanderwegen oder an Fahrradpisten
liegen, verstärkt Hinweistafeln für die interessierte Bevölkerung anzubringen.
Für größere Projekte wurden spezifische, ausführlichere Infotafeln
ausgearbeitet und installiert, die Besuchern eine fundierte Information zur
biologischen Bedeutung und zur Nutzung der Gebiete liefern sollen. Für
bestimmte Pflegearbeiten, die bei verschiedenen Bürgern auf Unverständnis
stoßen, etwa der Rückschnitt von Hecken im Rahmen der Heckenpflege oder der
Erhalt von Totholz, wurden spezifische Tafeln entworfen, die die Maßnahme
erklären. Zusätzlich wurde für jede Mitgliedsgemeinde eine kleine Infotafel ausgearbeitet,
die darüber aufklärt, dass am Standort Naturschutzmaßnahmen der Gemeinde in
Zusammenarbeit mit dem Gemeindesyndikat stattfinden. Die Biologische Station
kümmerte sich sowohl um inhaltliche Aspekte als auch um das Layout der
verschiedenen Tafeln, wobei der Aufwand je nach Ausführlichkeit der Information
und Größe der Tafel sehr unterschiedlich war. Daneben arbeitet die Biologische
Station für SICONA-Zentrum ein Faltblatt aus, das allgemein über die
Aktivitäten des Gemeindesyndikats informiert und in den Mitgliedsgemeinden an
alle Haushalte verteilt wird.
Bei einer im Winter 2003/2004 von der Biologischen Station
durchgeführten Umfrage zu verschiedenen Naturschutzthemen bei 50
landwirtschaftlichen Betrieben der Region wurde ein gewisses Informations-
resp. Kommunikationsdefizit festgestellt. Um die landwirtschaftlichen Kreise
über verschiedene Naturschutzthemen, etwa die Biodiversitätsprogramme, aber
auch über die eigene Arbeit besser zu informieren, wurde beschlossen, ein
Informationsblatt herauszugeben, das ein- bis zweimal jährlich erscheinen soll
und gratis an die Landwirte verteilt wird. Ende 2004 wurde die erste Nummer
fertiggestellt, die sich mit den Ergebnissen der Umfrage beschäftigt.
2004 stellte die Biologische Station erstmals ein umfangreiches internes
Fortbildungsprogramm zusammen, das aus insgesamt 9 Halbtags- oder
Ganztagsaktivitäten bestand und für die Mitarbeiter des SICONA-Westen, des
SICONA-Zentrum und der Biologischen Station Westen organisiert wurde. Jede
Sitzung wurde von einem oder 2 Mitarbeitern der Biologischen Station resp.
einem der Geschäftsführer der beiden Syndikate vorbereitet und geleitet. Die
Zielgruppe variierte je nach Thema: entweder richtete sich die
Fortbildungseinheit an die leitenden Personen (Geschäftsführer, Vorarbeiter)
der Naturschutzsyndikate und die Mitarbeiter der Biologischen Station oder sie
war für die Arbeiter (inkl. Vorarbeiter) der beiden Pflegetrupps konzipiert.
Die einzelnen Sitzungen sind im folgenden aufgeführt:
·
Artenschutz Würger: Ansprüche, Biotop, Situation in Luxemburg,
Schutzmaßnahmen (inkl. Exkursion). Zielgruppe: Mitarbeiter Biologische Station,
SICONA-Vorarbeiter.
·
Lebensraum Hecke: Arterkennung, Bedeutung Lebensraum, Pflegemaßnahmen,
Bewertung der im Winter durchgeführten Schnittarbeiten im Gelände. Zielgruppe:
Mitarbeiter der Pflegetrupps.
·
Lebensraum Stillgewässer: Bedeutung des Lebensraums, wichtige Arten, Schutz
und Pflegemaßnahmen. Zielgruppe: Mitarbeiter der Pflegetrupps.
·
Hauptpunkte des neuen Naturschutzgesetzes. Zielgruppe: Mitarbeiter
Biologische Station, SICONA-Vorarbeiter.
·
Umgang mit Karten (I): Erkennen der Informationen, die auf einer Karte
vorhanden sind, Orientierung anhand von Karten. Zielgruppe: Mitarbeiter der
Pflegetrupps.
·
Lebensraum Obstwiese: Bedeutung des Lebensraums, wichtige Arten, Schutz
und Pflegemaßnahmen. Zielgruppe: Mitarbeiter der Pflegetrupps.
·
Umgang mit Karten (II): Verbindung herstellen zwischen topografischen Karten
und Katasterplänen, korrektes Eintragen von Informationen in Karten
unterschiedlichen Maßstabs, Möglichkeiten der Kartendarstellung auf GIS.
Zielgruppe: SICONA-Vorarbeiter.
·
Prioritäten im Naturschutz: Workshop zu möglichen Naturschutzzielen und den
Prioritäten je nach Situation. Zielgruppe: Mitarbeiter Biologische Station,
SICONA-Vorarbeiter.
·
Arbeiten mit der Datenbank Recorder: Einführung in Aufbau und
Arbeitsweise der Datenbank, Übungen zu verschiedenen Arbeitsvorgängen.
Zielgruppe: Mitarbeiter Biologische Station.
Bereits 1999 war die Naturschutz-Datenbank
BDGestion eingerichtet worden. Das Basismodul ist funktionell und wird seit
1999 für die Verwaltung der Biodiversitätsverträge genutzt. Angaben zu Lage,
Flächengröße und Nutzung von Biodiversitätsflächen sind gespeichert, ebenso wie
persönliche Daten zu den Nutzern. Diese Daten werden von der Biologischen
Station ständig auf dem aktuellsten Stand gehalten. Es besteht ein Link zu
Arc-View, so dass problemlos Karten erstellt und gleichzeitig die Daten zu den
einzelnen Flächen aufgerufen werden können. Dies ist eine riesige
Arbeitserleichterung, nachdem vor dem Einsatz der Datenbank die Anzahl der
Verträge so stark gestiegen war, dass eine Übersicht über die verschiedenen
Flächen, die von den Programmen abgedeckt werden, kaum noch möglich war.
Seit Ende 2002 werden die
faunistisch-floristischen Daten der Station über die vom Naturhistorischen
Museum betreute Datenbank „Recorder“ verwaltet. Alte Daten wurden im Laufe der
Jahre 2003 und 2004 in die Datenbank importiert. Erhebliche Vorteile dieser
Datenbank sind ihre Netzwerkfähigkeit (Zugriff von jedem PC innerhalb des
Stations-Intranetzes möglich), sowie der leichte Austausch von Daten mit
anderen Benutzern von Recorder außerhalb des Hauses.
Daneben führt die Biologische Station
auch noch weiter die Datenbank HeckBaam, die speziell für die Verwaltung von
Hecken- und Baumkatastern ausgearbeitet wurde (siehe Kapitel zur Erarbeitung
von Heckenkatastern in verschiedenen Gemeinden). In diese Datenbank werden
nicht nur die Daten der auf Gemeindeebene erstellten Heckenkataster eingegeben,
sondern auch alle Unterhaltsarbeiten an Hecken, die vom SICONA-Pflegetrupp oder
von den Landwirten selbst durchgeführt werden. Diese fortlaufende
Aktualisierung ist notwendig für die Erstellung der jährlichen Pflegepläne, in
denen der vorherigen Pflege Rechnung getragen werden muss.
Ein weiteres Arbeitsfeld im Bereich
Datenbank/GIS war 2004 die Weiterführung der Kartierung und Digitalisierung von
Projekten des SICONA-Westen. Sie soll es ermöglichen, die Pflege- und
Unterhaltungsmaßnahmen in Zukunft besser planen und einfacher auf digitalen
Karten darstellen zu können. Damit dürfte der Arbeitsaufwand für die
Jahresprogramme, die der SICONA für seine Gemeinden ausarbeitet, in absehbarer
Zeit erheblich sinken. Schwerpunkt der Kartierarbeiten 2004 waren die
Obstbaumpflanzungen.
Im Rahmen der EU-Agrarreform werden
derzeit die landwirtschaftlichen Prämien von der Produktion entkoppelt.
Anstelle der Kultur- und Tierprämien tritt deshalb eine Einheitsprämie, die
statt an Produktions- an Rechts- und Umweltkriterien gebunden ist. Die
Mitgliedsländer definieren im Rahmen der sogenannten "Cross
Compliance" die Umweltstandards, die bei ihnen ab Januar 2005 gelten
sollen. Die Festlegung dieser nationalen Standards hat erhebliche Auswirkungen
auf den Naturschutz, da je nach Ausrichtung der Cross Compliance der Schutz der
Landschaft und die Durchführung verschiedener Naturschutzmaßnahmen auf den
Grundstücken der landwirtschaftlichen Betrieben erheblich erleichtert oder
erschwert wird.
Die Biologischen Stationen kommen im
Rahmen ihrer Arbeit, beim Aushandeln von Verträgen für die
Biodiversitätsprogramme, aber auch bei anderen Projekten, häufig mit der
Problematik der landwirtschaftlichen Prämien in Berührung und sind deshalb mit
der Problematik vertraut. Nachdem die Naturschutzsyndikate auf die Bedeutung
der Cross Compliance für die zukünftige Naturschutzpolitik aufmerksam gemacht
hatten, betraute das Umweltministerium die Biologischen Stationen mit der Ausarbeitung
von Vorschlägen zur Gestaltung der Cross Compliance unter Berücksichtigung der
Belange des Naturschutzes.
Die Biologische Station Westen arbeitete
daher in Zusammenarbeit mit den anderen drei luxemburgischen Stationen einen
derartigen Vorschlag aus. Aufgrund der Komplexität der verschiedenen
landwirtschaftlichen Bestimmungen, sowie der unterschiedlichen Instrumente, die
ineinander greifen müssen, war dies nicht ganz einfach. Im Prinzip wurde das
Ziel verfolgt, naturschützerisch sinnvolle Maßnahmen so zu gestalten, dass sie
mit anderen flächenrelevanten Anforderungen an die Betriebe (etwa der
Flächenstilllegung) harmonieren und möglichst einfach in den Betriebsablauf zu
integrieren sind. Auf diesem Weg wären flächenhafte Verbesserungen für den Naturschutz
möglich, ohne dass die Betriebe allzu große Einschränkungen in Kauf nehmen
müssten. Bei der Ausarbeitung dieser Vorschläge wurde sich auch an anderen
Mitgliedsländern orientiert und versucht, sinnvolle Maßnahmen auf Luxemburg zu
adaptieren.
Der von den Stationen vorgelegte Bericht
wurde vom Umweltministerium positiv aufgenommen und an das
Landwirtschaftsministerium weitergereicht. Aufgrund des fortgeschrittenen
Zeitpunkts (der Auftrag erging erst Anfang Dezember an die Station und am 1.
Januar tritt die Agrarreform in Kraft) flossen die Vorschläge jedoch kaum noch
in die Cross Compliance-Bedingungen ein.
Die Biologische Station führte, wie in
den Vorjahren, in sehr vielen Gemeinden kleinere Projekte (z.B. im Rahmen des
Fledermaus- oder des Steinkauzschutzprogramms) durch. Nachfolgend werden daher
nur die Projekte vorgestellt, die einen größeren Umfang hatten oder aus dem
Rahmen des Üblichen herausragten.
lm Rahmen des Subventionsreglements zur
Verbesserung der natürlichen Umwelt von 1990 sind die Gemeinden verpflichtet,
Heckenpflegepläne zu erstellen, wenn sie Subventionen für die Heckenpflege
beantragen wollen. Bisher waren diese Heckenpflegepläne jeweils nur auf ein
Jahr angelegt, obschon gerade ökologische, alternierende Pflegekonzepte eine
mehrjährige Planung notwendig machen. Als Basis für mehrjährige Pflegepläne ist
allerdings zunächst eine genaue Bestandsaufnahme aller Hecken der Gemeinde notwendig.
Darauf aufbauend wird dann ein langfristiger Rahmenplan aufgestellt, aus dem
jedes Jahr ein annueller Pflegeplan hervorgeht.
Seit dem Jahr 2000 erstellt die
Biologische Station Westen systematisch derartige Heckenkataster und
-pflegepläne in den Mitgliedsgemeinden des SICONA-Westen und des
SICONA-Zentrum. Bisher liegen für die Gemeinden Bartringen, Bettemburg, Bissen,
Feulen, Küntzig, Kehlen, Kopstal, Mamer, Monnerich, Petingen, Redingen (Süd)
und Schifflingen entsprechende Kartierungen vor.
Neu erarbeitet wurden 2004 die
Heckenkataster in den Gemeinden Bascharage, Grosbous und Sanem. Dabei wurden
alle bestehenden Hecken erfasst und in Karten eingetragen. Gleichzeitig wurden
alle pflegerelevanten Informationen mit aufgezeichnet. Die Geländedaten werden
anschließend in die nationale Heckenkataster-Datenbank HECKBAAM eingegeben.
Anschließend wurden die entsprechenden Pflegepläne erstellt.
Im Rahmen eines LIFE-Projekts
hatte die Gemeinde Bartringen im Jahr 1999 mehrere Flächen in der Pufferzone
des Naturschutzgebiets "Léi“ gekauft. Diese Flächen zeichnen sich durch
einen großen ökologischen Wert aus. So kommt unter anderem die europaweit
bedrohte Schwarzwurzel (Scorzonera humilis) hier vor. Im Zusammenhang
mit der Ausweisung des Naturwaldgebietes "Ënneschte Bësch", das
ebenfalls zur Pufferzone des Naturschutzgebietes "Léi" gehört, wurde
über die Weiterentwicklung dieser Schutzzone nachgedacht. Die Biologische Station
Westen erhielt daher 2004 von der Gemeinde Bartringen den Auftrag, weitere
Flächen innerhalb der Pufferzone aufzukaufen, um so den gemeindeeigenen Bereich
abzurunden und ihn in einer zweiten Phase gegebenenfalls in eine erweiterte
Kernzone zu integrieren.
Die Verhandlungen mit den
Besitzern erwiesen sich jedoch als schwierig, da die Gemeinde Bartringen vor
einem Jahr verschiedene Grundstücke zu einem höheren Preis, als dem für die
Grundstücke in der "Léi" vorgesehenen, aufgekauft hatte. Daher konnten
in einer ersten Phase keine Flächen gekauft werden. Allerdings bekundeten
mehrere Besitzer ihre Verkaufsbereitschaft zum Kaufpreis der Flächen, die die
Gemeinde im Vorjahr gekauft hatte. Einige weitere Besitzer sind bereit zu
tauschen, die restlichen wollen oder können nicht verkaufen. Zur Zeit hat die
Gemeinde Bartringen eine finanzielle Unterstützung beim Umweltministerium
beantragt, um sich an den Vorjahrespreis anlehnen zu können. Verhandlungen
bezüglich Tausch wollte sie ebenfalls aufnehmen.
Wie in vielen anderen Gemeinden wurden die Fließgewässer in der Gemeinde
Beckerich vom Menschen umgestaltet und bei den meisten sind die ökologischen
Funktionen nur noch eingeschränkt vorhanden. Als Basis für zukünftige
Gewässerrenaturierungen wurde von der Biologischen Station Westen daher im
Frühjahr 2004 eine Gewässerstrukturgütekartierung an allen größeren
Fließgewässern durchgeführt, um den aktuellen Zustand der Bachläufe zu
erfassen.
Die Kartierung hat gezeigt, dass hier tatsächlich Handlungsbedarf
besteht: 86% der Fließgewässer sind stark verändert, sehr stark verändert oder
vollständig verändert, 24% mäßig oder deutlich verändert. Keine einzige
Gewässerstrecke ist in einem annähernd naturnahen Zustand (unverändert oder
gering verändert). Hauptmangel ist vor allem die starke Tiefenerosion, die aus
der weitgehenden Begradigung der Gewässer resultiert; aber auch das
Gewässerumfeld (intensive Flächennutzung, fehlende Gewässerrandstreifen) wurde
durchweg schlecht bewertet. Positiv ist zu vermerken, dass eine Sohlen- oder
Uferbefestigung außerhalb der Ortslagen nur selten zu beobachten ist.
Auf der Basis der Gewässerstrukturgüte und der daraus resultierenden
Mängelanalyse, die für jedes Fließgewässer durchgeführt wurde, wurden
individuelle Vorschläge für Renaturierungsmaßnahmen an den einzelnen Bachläufen
entwickelt.
Die Gemeinde Beckerich ist Eigentümer größerer Flächen, die sie im
Rahmen einer großen Versteigerung vor einigen Jahren erworben hat. Diese
Flächen sollten dazu dienen, eine Reihe von Naturschutzmaßnahmen auf gemeindeeigenem
Grund durchführen zu können. Darüber hinaus können Flächen, die sich nicht für
die Umsetzung von Maßnahmen eignen, als Tauschflächen dienen. Bereits vor 2
Jahren war ein Katalog möglicher Maßnahmen erstellt worden, die nach und nach
umgesetzt werden sollen.
Zu den prioritären Maßnahmen dieses Katalogs gehört die Renaturierung
von Fließgewässern, die in der Gemeinde Beckerich durchweg in einem schlechten
Zustand sind (siehe oben). Als Basiskartierung für die Umsetzung von
Renaturierungsarbeiten wurde deshalb die oben beschriebene
Gewässerstrukturgütekartierung durchgeführt. Im Anschluss daran wurden von der
Biologischen Station Verhandlungen begonnen, mit dem Ziel Flächen für die
Renaturierung des „Naerdenerbaach“ bereitzustellen. Dabei soll erreicht werden,
dass beidseitig des Gewässers ein möglichst durchgehender Streifen in
Gemeindebesitz kommt, um Renaturierungsmaßnahmen durchführen zu können, ohne
Privatgrundstücke zu beeinflussen. Die Verhandlungen schließen einerseits den
Aufkauf, andererseits aber auch den möglichen Flächentausch ein.
Daneben wurden ebenfalls Verhandlungen geführt, um Grundstücke zu
erwerben für die Schaffung von Stillgewässern in der Gemeinde. Diese Maßnahmen
haben als besondere Zielart den Laubfrosch, von dem noch eine Restpopulation in
der Umgebung vorhanden ist.
Genaue Wiesenkartierungen stellen eine
wichtige Arbeitsbasis für die Umsetzung der Biodiversitätsprogramme dar. lm Rahmen
der Kartierung werden alle Grünlandflächen einer Gemeinde unter die Lupe
genommen und auf Vorkommen seltener Arten untersucht. Wiesen mit Vorkommen
gefährdeter Arten werden genau beschrieben, so dass alle Daten verfügbar sind
für eine direkte Integration in die Biodiversitätsprogramme. In den Gemeinden,
in denen Kartierungen durchgeführt wurden, hat dies zu einem sprunghaften
Anstieg der Biodiversitätsflächen geführt, da dank der erstellten Karte die
Bewirtschafter potenzieller Flächen systematisch angesprochen werden können.
Wie in den Vorjahren wurden die
systematischen Wiesenkartierungen in den SICONA-Gemeinden weitergeführt. Bis
2003 lagen die Kartierungen für die Gemeinden Bartringen, Bascharage,
Bettemburg, Küntzig, Mamer, Monnerich, Petingen, Reckingen/Mess und Sanem vor.
Zusätzlich wurden 2004 die Gemeinden Dippach, Kehlen, Kopstal und ein Teil der
Gemeinde Mersch kartiert.
Auf vier verschiedenen Silikatmagerrasen in der Gemeinde Feulen, die
extensiv beweidet werden, wurden in den vergangenen Jahren vom SICONA-Zentrum
Entbuschungsmaßnahmen durchgeführt. Um die Vegetationsentwicklung auf diesen
Flächen zu dokumentieren, wurden 2004 auf drei Flächen, die sich standörtlich
und von der Artenzusammensetzung her unterscheiden, Dauerbeobachtungsquadrate
angelegt. Diese sind im Sommer 2004 erstmals durch pflanzensoziologische
Aufnahmen beschrieben worden, die in den nächsten Jahren regelmäßig zur
gleichen Zeit durchgeführt werden.
Auf einer Fläche wurde zusätzlich zu den Entbuschungsmaßnahmen auf einem
kleineren Teilstück die Rohhumusdecke abgetragen; hier soll die
Vegetationsentwicklung mit und ohne Rohhumus beobachtet werden.
Wegränder
können als Trittsteinbiotop oder Ausweichlebensraum für seltene Arten ein
wichtiges Strukturelement in der Landschaft darstellen. Daher wurden im Sommer
2004 alle Wegränder in der Gemeinde Grosbous mit Ausnahme der artenarmen Bestände
botanisch erfasst. Dabei wurde keine vollständige Pflanzenaufnahme erstellt,
sondern der Schwerpunkt lag auf seltenen/gefährdeten und für bestimmte
Pflanzengemeinschaften charakteristischen Arten (Wiesen, Magerrasen, Säume,
Ackerwildkräuter, Wälder).
Erwartungsgemäß
weisen die meisten Wegränder wiesenähnliche Vegetation auf (fast 50%), der Rest
verteilt sich auf die anderen Vegetationstypen. Erfreulicherweise wurden auch
einige seltene und gefährdete Arten gefunden; bei den stark gefährdeten Arten handelt
es sich ausnahmslos um Ackerwildkräuter, bei den gefährdeten um
Magerrasen-Arten.
Auf der Basis dieser Kartierung wurde für die von der Gemeinde gemähten Wegränder ein Pflegeplan erstellt, der einerseits das Nährstoffniveau, andererseits das Vorkommen seltener Arten und deren Standort- bzw. Nutzungsansprüche durch verschiedene Nutzungsvarianten berücksichtigt.
Unter besonderen geologischen Bedingungen sind im Merscher
Gemeindegebiet steile Hänge über kalkreichen Tongesteinen verbreitet, die
teilweise noch extensiv beweidet werden. An diesen Standorten sind artenreiche
Kalk-Halbtrockenrasen, stellenweise im Übergang zum Trockenrasen, zu finden.
Auf einigen dieser Enzian-Schillergrasrasen breiten sich jedoch Gehölze aus und
es besteht die Gefahr, dass die typischen und selten gewordenen
Pflanzengemeinschaften dadurch beeinträchtigt werden oder sogar verschwinden.
Die Biologische Station Westen hat daher im Sommer 2004 diese von
Verbuschung bedrohten Flächen lokalisiert (insgesamt 14 Nutzungsparzellen) und
eine botanische Bestandsaufnahme vorgenommen. Zusätzlich wurde die Verbuschung
anhand von Luftbildaufnahmen grob ausdifferenziert, im Gelände überprüft und
anhand dieser Daten eine Einteilung in 4 Verbuschungsgrade vorgenommen.
Auf der Basis dieser Daten wurde für jede Fläche ein Pflegeplan
erstellt, der vor allem den Grad der Verbuschung und das Vorkommen
seltener/gefährdeter Arten berücksichtigt, aber auch andere Faktoren mit
einbezieht, z.B. die bei vielen Flächen drohende Intensivierung oder ein alter
Obstbaumbestand auf der Fläche.
Im Auftrag der Gemeinde Redingen/Attert und des SICONA-Zentrum begann
die Biologische Station im Herbst 2003 mit der Aushandlung von Maßnahmen, die
der Verbesserung einer lokalen Hochwasserproblematik in Redingen dienen sollen.
Eine Studie hatte die Ursachen des Hochwassers analysiert und kam zu folgender
Schlussfolgerung: durch intensiven Ackerbau in einer Flur oberhalb des
Hochwassergebietes sind die Böden stark verdichtet und im Winter oft
vegetationslos. Hinzu kommt die Vernichtung der meisten Randstrukturen wie etwa
Hecken und Raine. Bei heftigen Regenschauern läuft das Wasser ungebremst die
steilen Hänge nördlich von Redingen ab und sammelt sich dann in der Niederung
im Bereich der Ortschaft, wo es länger braucht, um abzufließen.
Aufgabe der Station ist es nun, mit den betroffenen Landwirten
Schutzstreifen auszuhandeln, die einerseits dem Erosionsschutz dienen können,
andererseits auch den schnellen Abfluss des Regenwassers bremsen sollen. Dies
können einfach eingesäte Grünstreifen sein, aber auch Hecken, die quer zum Hang
angelegt werden.
Nach einer Begehung des Gebietes wurden 2003 die Bewirtschafter
ermittelt und erste Kontakte geknüpft. Die 2004 geführten Verhandlungen mit den
Bewirtschaftern erwiesen sich als äußerst zäh. Bei den Landwirten herrschte
eine allgemeine Verunsicherung über die Bestimmungen der neuen, ab 2005
eingeführten Agrarreform. Ein Thema war die Prämienfähigkeit der zu schaffenden
Strukturelemente. Diese Frage blieb aber leider bis zu Beginn 2005 offen. Des
Weiteren wollte sich keiner der Landwirte auf Pflanzungen von Hecken einlassen,
da diese einmal gepflanzt, in der momentanen Rechtslage integral geschützt sind
und kaum wieder zu entfernen sind. Diese langfristige Einschränkung der
Betriebsflexibilität scheint die meisten Landwirte abzuschrecken, sich auf
Neuanpflanzungen einzulassen.
Obwohl die Biologische Station
Westen in der alten Struktur nicht mehr existiert, wird auch 2005 die Arbeit in
unveränderter Form weitergeführt. Für das neue Jahr ist wie immer die
Fortführung zahlreicher mehrjähriger Projekte vorgesehen. Darüber hinaus sind
auch einige neue Projekte geplant. Die folgende Liste gibt einen Überblick über
das Aktionsprogramm für 2005:
v Biodiversitätsprogramme:
Verwaltung und Überwachung der
Altverträge, Aushandeln neuer Verträge, Kartierung von Flächen, die sich für
eine Integration in die Programme eignen, Monitoring gefährdeter Wiesenvögel
innerhalb der Vertragsflächen.
v Obstwiesenschutzprogramm:
Weiterführen der bisher
angegangenen Projekte: Öffentlichkeitsarbeit, Anbieten von Schnittkursen.
Gezielte Umsetzung des Schutzprogramms in verschiedenen Gemeinden: Auswahl
eines Pflanzungsperimeters, Verhandlungen mit Besitzern und Nutzern geeigneter
Flächen, Umsetzung der Maßnahmen durch SICONA.
v Fledermausschutzprogramm:
Weiterführung des Programms und
regelmäßiges Monitoring der Bestände.
v Artenschutzprojekt Steinkauz:
Weiterführung des Programms und
regelmäßiges Monitoring der Bestände.
v Programm zum Schutz der Feldarten:
Umsetzung von Maßnahmen im Rahmen
der Biodiversitätsprogramme, gegebenenfalls weitere Kartierungen von
Ackerwildkräutern.
v Öffentlichkeitsarbeit:
Weiterführung der Kampagne "Nature
for People – People for Nature".
v Fortbildung im Naturschutzbereich:
Organisation von Kursen und
Workshops zu verschiedenen Naturschutzthemen auf Anfrage, sowohl für
Schulklassen, wie auch für professionelle Erwachsenengruppen. Fortführung des
internen Fortbildungsprogramms für die Mitarbeiter von SICONA-Westen und
SICONA-Zentrum.
v Entschneidung:
Fertigstellen des Berichts über
die Landschaftszerschneidung im Südwesten des Landes mit Maßnahmenvorschlägen
zur Entschneidung.
v Agrarsubventionen:
Ausarbeiten von Vorschlägen für
eine Harmonisierung naturschutzrelevanter Agrarsubventionen
(Agrar-Umweltprogramme, Biodiversitätsprogramme) in Zusammenarbeit mit den
anderen Biologischen Stationen.
v Datenbank / GIS:
Weiterer Ausbau der Datenbanken
und Weiterführung der Dateneingabe.
Kommunale
Projekte:
Kommunale Projekte werden auch
2005 einen großen Teil der Arbeit ausmachen, wobei noch nicht genau festliegt,
welche Projekte durchgeführt werden. Einige Arbeiten aus dem Jahr 2004 sind
jedoch noch fertig zu stellen und mehrere neue Projekte für verschiedene
Gemeinden liegen bereits vor.
v Erstellen von Heckenkatastern und Heckenpflegeplänen:
Fertigstellen des Heckenkatasters
der Gemeinde Bascharage. Zusätzlich sind mehrere neue Kartierungen vorgesehen.
v Kartierung naturschutzrelevanter Wiesen:
Weiterführung resp.
Fertigstellung der Wiesenkartierungen der Gemeinden Dippach und Mersch;
Neukartierung weiterer Gemeinden.
v Fortführung des Flächeninventars von Pflegeflächen des
SICONA-Westen.
v Fortführung der Verhandlungen zur Umsetzung von
Naturschutzmaßnahmen in den Gemeinden Beckerich und Redingen.
v Ausarbeiten eines Pflegeplanes für die kommunale
Schutzzone Haarzebruch in Grosbous.
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Arten- und Biotopschutzprojekt Steinkauz: Revierkartierung im Südwesten
Luxemburgs, 1999
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Ausweisungsdossier - Naturwaldreservat „Betebuerger Bësch“, 2003
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Ausweisungsdossier – Naturwaldreservat „Enneschte Bësch“, 2003
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Avifaunistische Begleituntersuchung zum Vertragsnaturschutz im Grünland,
Untersuchungsjahre 2000 und 2001
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Befragung der Landwirte in den Mitgliedsgemeinden des SICONA-Westen zu
Natur- und Umweltschutzthemen, 2004
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Bericht zu den Futteranalysen der Vertragsflächen im Rahmen des
Biodiversitätsreglements, Untersuchungsjahre
2001 und 2002
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Bericht zu den technischen Kontrollen der Vertragsflächen im Rahmen des
Biodiversitätsreglements zwischen Mai und September 2004
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Die kommunalen Naturschutzgebiete der Gemeinde Bettemburg: Broschüre mit Kurzbeschreibungen der Gebiete,
erarbeitet im Rahmen der lokalen Agenda 21
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Die Vegetation des potentiellen Naturwaldgebietes „Betebuerger Bësch“, 2001
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Entwicklungskonzept für Bongerten im Westen Luxemburgs, 2000
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Erfassung der Ackerwildkrautflora in den vom Dogger dominierten
Gemeinden im Süden Luxemburgs, 2003
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Faunistisches Kurzgutachten zum Flächennutzungsplan der Gemeinde Mamer, 2002
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Heckenkataster/Heckenpflegepläne: Gemeinden Bartringen, Bissen, Kehlen, Kopstal, Küntzig,
Mamer, Monnerich, Niederfeulen, Petingen, Redingen (Südteil), Schifflingen
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Jährliche Pflegepläne für das Gebiet „Giele Botter – Tiresbierg“: für die Jahre 2000, 2001, 2002, 2003
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Kartierung naturschutzrelevanter Wiesen: Gemeinden Bascharage, Bartringen, Bettemburg, Dippach,
Kehlen, Kopstal, Küntzig, Mamer, Monnerich, Petingen, Reckingen/Mess, Sanem
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„Klatschmohn und Kornblume“, Schutz gefährdeter Ackerwildkrautarten im
Süden Luxemburgs, 2004
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Mauersegler in der Stadt Dudelange – Projekt zur Erhaltung des
Mauerseglers: Bericht 2003
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Monitoring der Fledermauspopulation und technische Kontrolle der
Maßnahmen, Ergebnisberichte 1999,
2000, 2001, 2002, 2003, 2004
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Monitoring
der Laubfroschpopulation im Zentrum Luxemburgs, 2003, 2004
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Monitoring von Randstreifen in einem intensiv landwirtschaftlich
genutzten Gebiet in der Gemeinde Bertrange, 2003
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Naturschutz im Wald, Vorprojekt 2001
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Naturwaldkonzept für den Südwesten Luxemburgs, 2001
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Naturwaldkonzept für Luxemburg,
2002
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Pflege- und Entwicklungsplan für den Sandmagerrasen
„Gaaschgrond“
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Projekt zum Schutz gefährdeter Feldarten im Westen Luxemburgs mit
Schwerpunkt Feldhase und Rebhuhn, Endbericht
2002
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Stillgewässer und Amphibienkartierungen: Gemeinden Mamer, Petingen
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Tätigkeitsberichte für die Jahre
1998,1999, 2000, 2001, 2002, 2003, 2004
Die Berichte sind verfügbar nach Absprache mit dem
jeweiligen Auftraggeber und bei Erstattung der Fotokopierkosten.